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„… ein leben geht so furchtbar schnell vorbei.“

Ein Hauch seiner steirischen Heimat Admont scheint über der Novelle schlammland gewalt zu liegen. Mehr aber erinnert der Text an Heinrich von Kleists Erdbeben in Chili, mit dem er nicht nur die Schilderung einer gewaltigen Zerstörung gemeinsam hat. Schmalz’ Sprache in ihrer subversiv durchtriebenen Art ist es vor allem, die etwas mit dem Sprachkünstler Kleist zu tun hat. Wie bei ihm kann man auch bei Schmalz nie sicher sein, wie ein Satz endet. Mit einer merkwürdig verschobenen Syntax entstellt er den Text gewissermaßen bis zur Kenntlichkeit.

Nach dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2017 erhielt der Dramatiker Ferdinand Schmalz den diesjährigen Ludwig-Mülheims-Theaterpreis, den er am 5. November in Köln entgegennahm. Besonderen Fokus legte die Ludwig-Mülheims- Theaterpreisjury auf sein Stück jedermann (stirbt). Die Adaption des Jedermann von Hugo von Hofmannsthal wurde im Februar diesen Jahres am Burgtheater uraufgeführt. Schmalz reiße das „große, parabelhafte Mysterienspiel in eine verblüffend schlüssige Heutigkeit“, urteilt die Auswahlkommission. „Er schafft zutiefst theatrale Situationen, durch die die philosophischen Fragen nach dem Sinn bzw. ‚Neusinn‘ des in der Sprache zu erfindenden und zu gestaltenden Lebens schalkhaft hindurchzwinkern.“ Im Burgtheater ist sein Erfolgsstück jedermann (stirbt) weiterhin zu sehen.

Mit musikalischer Begleitung vom BRASS Ensemble des Musikvereins Admont-Hall, Leitung: Michael Reiter

Besetzung und Team

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