Eventdetails

europa flieht nach europa

Miroslava Svolikova

ein dramatisches gedicht in mehreren tableaus

Was träumt ein Kontinent? Er träumt von sich selbst – als erfüllte Utopie. Von Gerechtigkeit also, von Gleichheit und Frieden. Am Anfang jedenfalls. „dieser kontinent wird nicht in blut getränkt!“, lautet Europas Motto, und vor ihren Füßen liegt schon das erste Opfer. Was folgt, ist nicht minder blutig – die Kolonisierung der restlichen Welt, Kreuzzüge und Klassenkämpfe, Nationen, die auftauchen und untergehen. Und immer wieder Krieg. Miroslava Svolikova entwirft die Chronologie dieser unserer Kontinentalgeschichte als Farce, als lügenhaften Karneval, in dem der Stärkste die tollste Maske trägt. Europa ist ein Kontinent der Ambivalenz – die Gegenwart macht Yoga, die Wissenschaft erfindet erst die Bombe, die das Leben vernichtet, und erschafft dann das Leben selbst.

europa fieht nach europa ist ein akuter wie zeitloser Text europäischer Selbstvergewisserung und -entfremdung, eine sprachlich atem- wie kompromisslose tour de force, in der sich Exzess- und Gewaltbilder zu einem grellen „karneval der wirklichkeit“ vermischen. Auf dem Parket reichen Europas Kinder ihrer Mutter die Hände. Im Freudentanz, im Totentanz. Das dramatische Gedicht der mehrfach ausgezeichneten Autorin Miroslava Svolikova wird als eine von drei Inszenierungen bei den Autorentheatertagen 2018 am Deutschen Theater Berlin gezeigt. Regie führt Franz-Xaver Mayr, der bereits letztes Jahr bei den Autorentheatertagen Yade Yasemine Önders Kartonage mit Verve zur Uraufführung brachte.

Miroslava Svolikova, geboren 1986 in Wien, studierte Philosophie in Wien und Paris, Szenisches Schreiben bei uniT Graz und an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie arbeitet als bildende Künstlerin, macht Musik, schreibt Dramen und Texte. 2015 gewann sie den Retzhofer Dramapreis für die hockenden, uraufgeführt 2016 im Vestibül.

Die nächsten Termine

Juni 2018

  • Spielstätte und Datum:
    KASINO
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Besetzung und Team

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Michela Flück
  • Kostüme
    Korbinian Schmidt
  • Musik
    Levent Pinarci
  • Licht
    Norbert Gottwald
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch