Eventdetails

Hotel Europa oder Der Antichrist

ein Projekt frei nach Joseph Roth

In Joseph Roths zwischen den Weltkriegen erschienenem Roman Hotel Savoy steht ein Kriegsheimkehrer auf dem Weg nach Westen vor den Toren Europas. Die „Welt der Sicherheit“ (Stefan Zweig) ist Geschichte. Wie so viele der verlorenen und gestrandeten Roth-Figuren ist dieser Fremde im Transit begriffen, „aus einer vertrauten Vergangenheit in eine höchst ungewisse Zukunft“. Mit Recht wurde bemerkt, dass die gesammelte Prosa des Joseph Roth eigentlich eine einzige große Erzählung sei. Auch seine Lebensgeschichte liest sich wie eine „Flucht ohne Ende“ – vor der Armut, dem Krieg, vor der Realität und vor sich selbst. „Und so“, schrieb der Schriftsteller Jörg Fauser, „vollzog Roth den Untergang der Monarchie, das Ende des alten Europas, an sich selbst. Während er Artikel auf Artikel gegen den Faschismus schrieb, und in seinen letzten Büchern (…) aus seinem schon fast ausgelöschten Genie noch einmal betörende Bilder seiner inneren Heimat hervorbrachte, verfiel er selbst immer mehr. Vollkommen klarsehend, beging er Schluck für Schluck Selbstmord. Wo rings um ihn noch Illusion auf Illusion getürmt war, türmte er Schnapsglas auf Schnapsglas. Schärfer als jeder sah dieser angeblich von Delirien Umnachtete die Realität. Europa ging zugrunde. Es ist nicht wiedergekehrt. Wir sitzen heute auf Ruinen und halten sie für Reichtum.“

In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

Zeitplan

Dauer:
ca. 120 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Dezember 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Ausstattung
    Matthias Koch
  • Musik
    Johannes Hofmann, Matthias Jakisic
  • Licht
    Michael Hofer
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch
  • Dramaturgische Beratung
    Eva-Maria Voigtländer

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Düster und skurril, melancholisch und komisch ist dieser Abend, der auch eine traurige Bilanz der letzten 100 Jahre zieht. Vor allem dann, wenn nach der ganzen Weltkriegsgeschichte der Schauspieler Michael Klammer auf die Bühne kommt, derzeitige Flüchtlingsströme aufzeichnet und die ganzen Wertediskussionen ad absurdum führt. Groß!

    Falter
  • Eine Hommage an Joseph Roth aber auch an das Theater und das Leben selbst.

    European Culture News
  • Joseph Roth „Lost in Translation“, aber virtuos gespielt.

    Die Presse
  • Es dauert zwar eine Stunde bis Antú Romero Nunes‘ Inszenierung im Akademietheater Fahrt aufnimmt, dafür dann aber so richtig.

    Nachtkritik