Eventdetails

John Gabriel Borkman

nach Henrik Ibsen von Simon Stone

John Gabriel Borkman hat sich auf dem Dachboden seines Hauses verbarrikadiert. Er muss sich darüber klar werden, was ihm von seinem Finanzimperium geblieben ist. Abgestürzt nach einem sagenhaften Aufstieg und wegen skrupellosen Betrugs mit acht Jahren Haft bestraft, ist der Banker ruiniert, sein Ansehen liegt in Schutt und Asche, seine Familie ist vollkommen zerstritten. Einzig sein Sohn könnte den Ruf des Vaters wiederherstellen.

Henrik Ibsens Stück ist für Simon Stone das im Europa der Finanzkrise aktuell wichtigste neu zu interpretierende Werk der modernen Klassik. Die Lesart des jungen australischen Regisseurs geht von dem bekannten Realismus Ibsens aus und treibt die szenische Handlung in die im Stück schon anklingenden Züge des frühen Expressionismus. Ibsens präziser Entwurf – die Sinnsuche John Gabriel Borkmans, der im Geld die alles gestaltende Kraft vermutete – kulminiert in dieser Interpretation in einem verzweifelten Machtkampf der Familie um ihre einzige verbleibende Hoffnung: Borkmans Sohn. Simon Stone untersucht die Bruchlinien aktueller Verwerfungen im Wertekanon des bürgerlichen Europa nach dem größten Finanzdebakel des Kontinents.

Eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen und dem Theater Basel

Zeitplan

Dauer:
ca. 120 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Mai 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Katrin Brack
  • Kostüme
    Tabea Braun
  • Musik
    Bernhard Moshammer
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Wie man ein klassisches Werk ohne Substanzverlust in die Gegenwart transferieren kann, demonstriert Simon Stone in seiner schlichtweg großartigen Inszenierung [...].
    Ibsens Figuren sind Menschen unserer Tage und sprechen die Sprache von heute.

    Wiener Zeitung
  • Stones Version ist nichts für Ibsen-Philologen und zarte Werktreueherzen. Aber seine unbekümmerte Herangehensweise mit der Lupe der Groteske ist doch sehr erfrischend.

    SZ
  • Stone schreibt knapp, pointiert und mit stupend trashiger Plausibilität. Sein Facelift-Ibsen folgt dem alten Norweger treu von Szene zu Szene, der sich nach zeitkosmetischer Runderneuerung wieder so oberflächenfrisch fühlen darf wie vor 120 Jahren.

    Theater heute
  • Mit seinen energiegeladenen Überdrehungen treibt [Simon Stone] dem Stück die Schwere aus; den Tiefgang behält es auch als Komödie.

    NZZ
  • Ja, es funktioniert. Man kann Ibsen ins Heute übersetzen, ihn überschreiben, völlig seiner Sprache entkleiden und dennoch den Kern des Dramas in zwei radikal-kompromisslosen Stunden in aller Schärfe treffen.

    Kurier