Eventdetails

Oberösterreich

Franz Xaver Kroetz

„Seit etwa 1971“, verkündete der bayrische Autor, Schauspieler und Regisseur Franz Xaver Kroetz einmal, „stört mich das Extreme an meinen Stücken. Mir scheint, es verhindert, dass die Dinge, die der ‚junge Kroetzʻ richtig gesehen hat, voll verstanden werden können, weil die Beispiele, an denen allgemein-gesellschaftliche Mängel angeprangert werden, immer an Extremen abgehandelt werden. So habe ich also begonnen, um der größeren Verständlichkeit willen, mich mit dem Durchschnitt zu befassen und ihn zu beschreiben.“

Ob Anni und Heinz, das Prekariatspaar im Zentrum des 1972 erschienenen Stücks Oberösterreich, wirklich den gesellschaftlichen Durchschnitt bilden, sei dahingestellt. In jedem Fall wäre ihr mit Illusionen betäubter Alltag heute ebenso vorstellbar. Kroetz zeigt die beiden schlaglichtartig in ganz und gar durchschnittlichen Momenten, bei überaus durchschnittlichen Verrichtungen. Meistens sitzen sie einfach in ihrer „Zwei-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung“ und schauen fern, essen oder haben Sex, an Ostern geht es auch mal in ein Terrassencafé am Starnberger See. Sie reden über die Liebe, über „bleibende Werte“ und die gemeinsamen Haushaltsfinanzen – bis Annis Schwangerschaft „alles durcheinander“ bringt.

Seit Ende seiner Assistenz am Burgtheater schreibt und inszeniert der junge Regisseur Andreas Schmitz Volksstücke in seiner bayrischen Heimat. Im Vestibül nimmt er sich nun Oberösterreich vor: Franz Xaver Kroetz’ kleines Stück über einen Mann und eine Frau, ihre Sehnsüchte und geplatzten Träume – und allgemein-gesellschaftliche Mangelerscheinungen.

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

September

  • Spielstätte und Datum:
    VESTIBÜL
    Verkauf ab 20.8.2017, 09:00 Uhr

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne und Kostüme
    Korbinian Schmidt
  • Licht
    Mathias Mohor
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch

Pressestimmen

  • Bestechend aktuelles Volksstück. [...] Gerade in seiner Durchschnittlichkeit und Sprachlosigkeit berührt das Zweipersonenstück um Annie und Heinz zutiefst. Die brillante Regie von Andreas Schmitz und das wirksame Bühnenbild von Korbinian Schmidt korrespondieren gelungen mit dem Stück.

    Kronen Zeitung
  • Diese Aufführung ist ein starkes Stück, von dem man hofft, es werde helfen, eine kleine Franz-Xaver-Kroetz-Renaissance einzuleiten.

    Der Standard
  • Die Entscheidung, dies kleine, böse funkelnde Juwel auszugraben, war goldrichtig. [...] Das ist ziemlich große Kunst im kleinen Rahmen, von Andreas Schmitz, vor allem aber von den famosen Schauspielern.

    FAZ
  • Die Siebzigerjahre oder: Leises Lachen mit Kroetz. [...] Eine tolle Kultur- und Paargeschichte. [...] Großartig! Christoph Radakovits und Alina Fritsch in „Oberösterreich“.

    Die Presse