Für jede Lage gab es eine bestimmte Haltung.
Joseph Roth
Radetzkymarsch

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Radetzkymarsch

Joseph Roth

Der slowenisch-stämmige Infanterieleutnant Joseph Trotta wird geadelt, nachdem er Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht bei Solferino das Leben gerettet hat. So beginnt eine glorreiche Phase in der Geschichte der einstmals bäuerlichen Trottas, in einer letzten Blütezeit der Habsburger. Beim Enkel Carl Joseph von Trotta, der Hauptfigur von Roths epischem Meisterwerk, zeigen sich schon deutliche Spuren des Verfalls und der Auflösung, die mit dem Kollaps einer zuvor nahezu unvergänglich scheinenden Ordnung korrespondieren. „Die Welt von Gestern“ ist nicht mehr. Roths literarisches Requiem, dessen von der äußersten, galizischen Grenze des Reiches nach Wien übersiedelter und 1939 im Pariser Exil in tiefster Verzweiflung gestorbener Autor den Zerfall Österreich-Ungarns als eine Art Lebensschock nie verwinden konnte, zeigt ein Panorama von Figuren, die sämtlich zu wissen scheinen, dass ihr Kosmos dem Untergang geweiht ist. Aufgrund dieser Erfahrung wird ihr Leben von einer unaussprechlichen, inneren Trauer bestimmt. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Dekaden der Donaumonarchie. Wie der Kaiser wird auch Trotta den Untergang des Imperiums nicht überleben.

Der gefeierte niederländische Regisseur und Theaterleiter Johan Simons, der gemeinsam mit Koen Tachelet schon Hiob und Hotel Savoy erfolgreich dramatisiert hat, wird nun mit seiner ersten Arbeit für das Burgtheater Joseph Roths Jahrhundertroman für die Bühne adaptieren.

JOHAN SIMONS geboren 1946 in Heerjansdam, renommierter niederländischer Regisseur und von 2010–2015 Intendant der Münchner Kammerspiele. Von 2015–2017 künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale, ab 2018/19 wird er das Schauspielhaus Bochum leiten.

Regie
Johan Simons
Bühne
Katrin Brack
Kostüme
Greta Goiris
Dramaturgie
Koen Tachelet