Eventdetails

Radetzkymarsch

nach dem Roman von Joseph Roth

Bearbeitung von Koen Tachelet
Übersetzung aus dem Niederländischen von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach

Der Infanterieleutnant Joseph Trotta wird geadelt, nachdem er Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht bei Solferino das Leben gerettet hat. So beginnt eine glorreiche Phase in der Geschichte der einstmals bäuerlichen Trottas, in einer letzten Blütezeit der Habsburger. Beim Enkel Carl Joseph von Trotta, der Hauptfigur von Roths epischem Meisterwerk, zeigen sich schon deutliche Spuren des Verfalls und der Auflösung, die mit dem Kollaps einer zuvor nahezu unvergänglich scheinenden Ordnung korrespondieren. „Die Welt von Gestern“ ist nicht mehr. Roths literarisches Requiem, dessen von der äußersten, galizischen Grenze des Reiches nach Wien übersiedelter und 1939 im Pariser Exil in tiefster Verzweiflung gestorbener Autor den Zerfall Österreich-Ungarns als eine Art Lebensschock nie verwinden konnte, zeigt ein Panorama von Figuren, die sämtlich zu wissen scheinen, dass ihr Kosmos dem Untergang geweiht ist. Aufgrund dieser Erfahrung wird ihr Leben von einer unaussprechlichen, inneren Trauer bestimmt. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Dekaden der Donaumonarchie, für deren auch europäischen Geist Roth Worte wie kein anderer fand  –  eine Utopie, die er bis an sein Lebensende leidenschaftlich verteidigte.

Der gefeierte niederländische Regisseur und Theaterleiter Johan Simons, der gemeinsam mit Koen Tachelet schon Hiob und Hotel Savoy erfolgreich dramatisiert hat, adaptiert mit seiner ersten Arbeit für das Burgtheater Joseph Roths Jahrhundertroman für die Bühne.

Zeitplan

Dauer:
ca. 210 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Dezember 2017

  • Spielstätte und Datum:
    BURG

Weitere Termine folgen…

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Katrin Brack
  • Kostüme
    Greta Goiris
  • Musik und Sounddesign
    Warre Simons
  • Assistenz Sounddesign
    Jeske de Blauw
  • Licht
    Norbert Joachim
  • Dramaturgie
    Koen Tachelet
  • Mitarbeit Dramaturgie
    Rita Czapka

Medien und mehr

Trailer zu „Radetzkymarsch“

Pressestimmen

  • Katrin Bracks Bühnenbild zu Joseph Roths „Radetzkymarsch" [...] ist das Markenzeichen der Aufführung: Der Mensch, verloren in einem Universum schwer durchschaubarer Gummiplaneten.

    Die Presse
  • Die Unentschlossenheit, die Hauß seinem Trotta verleiht, reibt sich wunderbar an der Härte des zunehmend störrischer werdenden Vaters. An Falk Rockstrohs sturem Insistieren, seinem unerbittlichen Kommandoton lässt sich die Tragödie des ausrangierten Machtmenschen ablesen, der die Welt nicht mehr versteht, aber trotzdem noch meint, sie kontrollieren zu müs...

    Nachtkritik

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  • Es wirkt gleichermaßen magisch wie kindisch, auf welche Weise Kakanien hier untergeht, wenn Simons überwiegend auf episches Theater setzt.

    APA
  • Unterstützt wird der Regisseur von einem fulminanten Ensemble, das Joseph Roths Meistertext sensibel und zugleich mit vollem Körpereinsatz in szenisches Geschehen überträgt. Und so stellt sich an diesem Abend ein, was am Theater so kostbar und so unendlich selten ist: drei Stunden Magie.

    Deutschlandfunk
  • Andrea Wenzl entzückt als Tote wie als Lebendige, wenn sie sich gespenstisch um den Leutnant windet, den Witwenschleier über nackten Schultern trägt oder ein paar Herren im Publikum verwirrt, indem sie sich auf sie setzt.

    Die Presse
  • Vom belgischen Dramaturgen Koen Tachelet stammt die Fassung, die sich, klug fokussiert und nachhaltig fragmentiert, vor Roths Meisterwerk verneigt.

    Tiroler Tageszeitung
  • Für die Dramatisierung eines Schlüsselwerks der österreichischen Literatur, Joseph Roths „Radetzkymarsch", das den rettungslosen Untergang Österreichs aufarbeitet, setzt Regisseur Johan Simons auf ein starkes, einprägsames und zugleich unerwartetes Bild. Dafür hat Bühnenbildnerin Katrin Brack die große Bühne des Burgtheaters leer geräumt und mit unterschi...

    Salzburger Nachrichten

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  • Johan Simons und sein Bearbeiter Koen Tachelet fegen im Burgtheater konventionelle Inszenierungen des „Radetzkymarschs" kühn beiseite.

    Die Presse
  • Die Schauspieler, etwa ein kraftvoller Daniel Jesch, ein gefasst-verzweifelter Martin Vischer, ein poetisch-körperlicher Merlin Sandmeyer, erobern sich souverän die Aufmerksamkeit von den überpräsenten Ballons zurück.

    Wiener Zeitung
  • Falk Rockstroh rührt und begeistert als Bezirkshauptmann voll Strenge, Ratlosigkeit, schlussendlich gebrochen. Philipp Hauß tut als sein Sohn Carl Joseph, was er am besten beherrscht, er zeigt den nachdenklichen, widerspenstigen Mann, der sich die Definition des Wortes Subordination einfach nicht merken kann. [...] Großartig ist auch Steven Scharf als Reg...

    Die Presse

    Mehr erfahren

  • Den großartigen Johann Adam Oest sehen wir als Kaiser Franz Joseph sowie als Maler Moser, der den abwesenden Helden von Solferino einst porträtierte.

    Kleine Zeitung