Rosa oder Die barmherzige Erde - Spiegel online

Es geht Luk Perceval bei diesem Zusammenspiel der zwei Stoffe auch um unseren Umgang mit dem Alter, um das Recht auf und die Sehnsucht nach echter Zuneigung, die sich nicht in pflichtschuldiger und teuer bezahlter Pflege ausdrückt. Und um die (Un-)Fähigkeit Abschied zu nehmen von einem wertvollen, schwierigen Menschen, den die funktionierende Gesellschaft längst abgeschrieben und abgeschoben hat. Der Belgier inszeniert das mit viel Zeit, mit Mut zu einer Stille, in der vielleicht das Nachdenken auch nicht mehr weiterhelfen kann, in der er aber diese Augenblicke des Ausatmens schafft: vielleicht ist ja ein Verstehen zwischen dem Kranken und seiner hilflosen Umwelt nur noch im Schweigen möglich?

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