Eventdetails

Schlechte Partie

Alexander Ostrowskij

Wer Geld hat, kann die Liebe kaufen. Das war schon im zaristischen Russland des Alexander Ostrowskij so. In den Cafés am Ufer der Wolga vertreibt sich eine zwielichtige Gesellschaft aus  Reedern, Parvenüs und Spekulanten die nicht enden wollende Zeit.

Man trinkt schon am Vormittag Champagner aus Teetassen, beobachtet die Schiffe und lästert über Frauen und Affären. Die Nachricht von einer absurden Hochzeit macht die Runde. Larissa, die schärfste Braut, das schönste Mädchen, hinter dem alle her sind, will heiraten. Doch Larissa ist eine Braut ohne Mitgift, obwohl ihre Mutter gerne mal Männer gegen kleine Gegenleistungen zu Partys und Kostümfesten empfängt. Karandyschew, ein braver Beamter, ist es, der, von allen belächelt, Larissa auch ohne Mitgift zur Frau nehmen will. Er liebt sie erstaunlicherweise tatsächlich. Um sich Anerkennung zu verschaffen, lädt er die Gesellschaft zu sich nach Hause ein, zu einem opulenten Abendessen. Dort taucht der Reeder Paratow auf, der Larissa vor einem Jahr sitzengelassen hat und in den sie noch immer unsterblich verliebt ist. Paratow ist pleite. Er wird deswegen morgen ein schwerreiches Mädchen heiraten. Aber heute Abend macht er Larissas Bräutigam betrunken und entführt die Braut zu einer nächtlichen Bootsfahrt auf der Wolga. Die ganze Gesellschaft kommt mit. Als Karandyschew merkt, was los ist, folgt er mit geladener Pistole.

Schlechte Partie, 1878 geschrieben und uraufgeführt, ist ein Drama mit Musik, neu übersetzt für das Burgtheater von Alexander Nitzberg. Ostrowskij demaskiert in seinem Stück schonungslos die kapitalistische Schicht der Großkaufleute und Reeder, für die alles nur noch Ware ist, die Frauen ebenso wie die Liebe.

Zeitplan

Dauer:
ca. 180 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Oktober 2017

  • Spielstätte und Datum:
    BURG

Dezember

Weitere Termine folgen…

Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie und Bühne
  • Kostüme
    Kristine Jurjane
  • Choreographie
    Alla Sigalova
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Schlechte Partie-Trailer

Pressestimmen

  • Alvis Hermanis entstaubt „Schlechte Partie“ – ein Schauspielerfest: [...]
    Das Burgtheater bietet ein Starensemble auf – Dörte Lyssewski, Marie-Luise Stockinger, Michael Maertens, Nickolas Ofczarek, Peter Simonischek, Martin Reinke, Fabian Krüger und andere –, und Hermanis lässt sie alle spielen, als hätte es Tschechow und Stanislawskij nie gegeben.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Alvis Hermanis setzt in seiner Inszenierung von Alexander Ostrowskijs später, grotesker Tragikomödie auf Tradition. Erzeugt werden Befremdung, einige Längen, aber auch fantastische Momente.

    Die Presse
  • Fabian Krüger spielt diesen Robinson, der fast nur Unsinnstext zu sprechen hat, hochkomisch, beklemmend und brillant. „Der Robinson“ ist Ostrowskijs modernste Figur und das Gegenstück zu dem kleinbürgerlichen Karandyschew: der Künstler als vogelfreier Unterhaltungssklave.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Eine Welt der Trumps und der Weinsteins scheint da ihre Fratze zu präsentieren, getrieben von der Gier nach Geld, Macht und käuflicher Lust. Was Alexander Ostrowskij 1878 in der Groteske „Schlechte Partie“ konzentrierte, liest sich wie eine Satire auf das Heute.

    Kronenzeitung
  • Hervorragend spielt Lyssewski die Mutter, hemmungslos übertrieben, so hysterisch wie auch berechnend. Kongenial dazu sind Peter Simonischek und Martin Reinke als steinreiche Kaufleute: Sie händigen der Dame willig und jederzeit große Scheine für das Objekt der Begierde aus.
    Ofczarek zaubert als gnadenloser Verführer eine böse Zugnummer, die er inzwische...

    Die Presse

    Mehr erfahren

  • Regisseur Alvis Hermanis bleibt in der Ästhetik des späten 19. Jahrhunderts und arrangiert ein Untergangsmuseum mit kaum übertrefflichem Ensemble.

    Kronenzeitung
  • Von der ersten Sekunde an beeindruckt das pittoreske Bühnenbild im Cinemascope-Format.

    Kurier
  • Das Ergebnis ist eine glanzvolle Überraschung: Während der Übersetzer Alexander Nitzberg Ostrowskij sprachlich behutsam modernisiert hat, setzt Regisseur Hermanis theaterästhetisch auf Mittel und Formensprache des neunzehnten Jahrhunderts. Die Burg tönt und dröhnt wie lange nicht mehr.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Ähnlich wie Larissas Kostüme funktioniert auch Hermanis' Bühne mit ihren vielen versetzten Stellwänden nach dem Matrjoschka-Prinzip: Hinter jeder Streifentapete lauert der großbürgerliche Abgrund.

    Die Welt