Eventdetails

Sturm

William Shakespeare

Unsere Sturm-Aufführung feiert ihr 10-jähriges Jubiläum: Barbara Freys grandiose Inszenierung steht seit ihrer Premiere am 5. Juni 2007 auf dem Spielplan des Akademietheaters und wird am 23. Juni bereits zum 118. Mal gezeigt. Und nicht nur das Wiener Publikum hat sich an Maria Happel, Joachim Meyerhoff und Johann Adam Oest erfreut: Von Duisburg bis Zürich hat dieser Sturm bewiesen, dass er großes Theater ist.


Prosperos Insel ist ein Nirgendirgendwo, ein Reich der Phantasie: Shakespeares Theater. Prospero, vor Jahren auf einer Insel gestrandet, inszeniert dort ein Stück der Strafe, Buße und Umkehr, will die Figuren seines Lebens für ihre Verbrechen zur Verantwortung ziehen. Doch sie kommen über ihre alten Rollen, die Wiederholung vergangener Verbrechen und Intrigen, nicht hinaus. Schließlich droht Prosperos Spiel von der Bestrafung in Rache umzukippen.
Prospero, der Menschlichkeit sucht, ist in Gefahr, sie selbst zu vergessen und findet ausgerechnet durch einen Luftgeist namens Ariel die Kraft zu Gnade und Vergebung. Diese für ihn übermenschliche Anstrengung verlangt ihm alles ab. Am Schluss zerbricht er, erlöst, erleichtert, aber auch resigniert, seinen Zauberstab, der ihm die Macht gegeben hat, über Zauber und Magie zu herrschen.

In seinem letzten Stück, dem „Sturm“, hat Shakespeare erstmals in seinem jahrzehntelangen Schaffen keine literarische Vorlage für seinen Text, sondern erfindet sich selbst eine Welt. In und mit Prospero schafft er eine Konstruktion, die es ihm ermöglicht, den Antagonismus von Tragödie und Komödie aufzuheben. Diese Welt ist die Insel, das Theater, ein Blick auf die Welt, nicht aber die Wirklichkeit selbst. So ist das ganze Stück auch eine Idee in Prospero-Shakespeares Kopf, ein Blatt Papier, das im Laufe des Abends, alle Herrschaftsspiele noch einmal durchlaufend, mit der Vision von einem humanen Ausgleich beschrieben wird. Das Glück der Erfüllung beinhaltet den Verzicht auf Rache und die Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit.

In der Wiener „Sturm“-Inszenierung gibt es nur drei Schauspieler. Drei zentrale Gestalten – Prospero, Ariel und Caliban – leben in Shakespeares Labor der Phantasie. Sie erfinden und durchleben Machtkämpfe, die bereits auf Becketts elementare master-servant-Konstellation verweisen. Und sie sehnen sich wie das Erdtier Caliban nach Verwandlung: um einer gelebten Liebe willen, die denkbar würde, wäre es ihm nur möglich, Prosperos schöne Tochter Miranda zu werden ...

Zeitplan

Dauer:
ca. 75 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Oktober 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühnenbild
    Bettina Meyer
  • Kostüme
    Bettina Munzer
  • Licht
    Felix Dreyer
  • Dramaturgie
    Joachim Lux

Pressestimmen

  • Freude an Shakespeares Sprache, großartigen Schauspielern und einer lebhaften intelligenten Inszenierung. Barbara Frey [...] verknappt hier Shakespeares letztes Stück radikal, aber virtuos.

    Wiener Zeitung
  • Dieser "Sturm" verbläst gewohnte Sehweisen und beschert einen kurzweiligen Theaterabend, der auf Tiefgang nicht verzichtet und wie ein Theaterorkan über die Bühne fegt.

    Oberösterreichische Nachrichten
  • Ein Sprachkunstwerk und Schauspielkunst ohne störende optische Sättigungsbeilagen.

    Die Welt
  • Der Regisseurin ist ein außergewöhnlicher Abend gelungen.

    SZ