Eventdetails

Torquato Tasso

Johann Wolfgang Goethe

Ein lichter Frühlingstag auf Belriguardo, dem Lustschloss des Herzogs von Ferrara: Der Dichter Torquato Tasso, der gleichsam als artist-in-residence am Hof von Alfons II. lebt, hat sein neues Epos Das befreite Jerusalem vollendet und überreicht es nun seinem Mäzen. Noch bevor irgendjemand das Werk gelesen hat, setzt Leonore, die Schwester des Herzogs, ihm dafür Vorschusslorbeeren auf. Man pflegt wieder einmal kunstsinnige Konversation, als Antonio in die Idylle hereinbricht. Obgleich dieser alles tut, um Tasso zu verletzen, versucht der Dichter, die Freundschaft des weltgewandten Diplomaten zu gewinnen. Doch nach weiteren Attacken Antonios gegen Kunst und Wissenschaft und vor allem auch gegen Tasso persönlich eskaliert die Situation – Tasso zieht den Degen, wider alle höfischen Regeln. Diesen Tabubruch muss der Herzog, eher mildgestimmt, mit Hausarrest bestrafen. Der Künstler wähnt sich gefangen und, zerfressen von Misstrauen, überflüssig in der Welt – im Gegensatz zum mit beiden Beinen im Leben stehenden Realpolitiker Antonio. Vom Herzog fordert er sein Epos zurück, um in Rom daran feilen zu können, doch Alfons, der schließlich dafür bezahlt hat, verspricht ihm bloß eine Kopie. Tasso, immer am Rande der Selbstverbrennung, begeht die nächste Grenzüberschreitung – mit einem Kuss.

Goethes Künstlerdrama ist vielleicht sein persönlichstes Stück: „ein gesteigerter Werther“, „Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“. Es erzählt in meisterhaft-strenger Versform von der „Disproportion des Talents mit dem Leben“, von Kunst und Markt, Genies und Staatsmännern, Macht und Ohnmacht.

Zeitplan

Dauer:
ca. 150 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

September 2016

  • Spielstätte und Datum:
    BURG
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühnenbild
    Volker Hintermeier
  • Kostüme
    Aino Laberenz
  • Musik
    Friederike Bernhardt
  • Licht
    Peter Bandl
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Die Hauptattraktion sind die fünf Schauspieler, die Laberenz durch seine zweistündige Inszenierung rasen lässt.

    APA
  • Mit wenigen Drehungen holt er die Frauenfiguren aus der emanzipatorischen Versenkung, macht dem schweren Versmaß Luft.

    Der Standard
  • Martin Laberenz lässt Goethes streitende Prinzipien am Burgtheater Wien erhaben aufeinanderprallen.

    Nachtkritik
  • Großartige Schauspieler.

    Kurier
  • Am Burgtheater [...] hat der junge Regisseur Martin Laberenz das abstrakte Stück jetzt in eine Art Installation verwandelt [...] Goethes Dramentext ist also gleich mehrfach verpackt, und die Verpackung ist toll.

    Die Welt
  • Edler Dichterfürst oder bloß Fürstendichter. Burg-Debüt mit „Torquato Tasso“: der aufregende Blick des Regisseurs Martin Laberenz auf Goethes Künstlerdrama.

    Tiroler Tageszeitung