Eventdetails

Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos

Werner Schwab

Eine Radikalkomödie

Die Hölle, das ist … ein Zinshaus: Dort haust die „ausgemergelte Pensionistin“ Wurm gemeinsam mit ihrem verkrüppelten Sohn Herrmann in einem ärmlichen Loch. Über die Jahre hat sich in beiden Leibern ein ziemlicher Haufen Lebensschmutz angesammelt, der sich freilich nicht vergessen noch wegsaufen lässt – und so fantasiert sich der zum Künstler berufene Herrmann, der in seiner Kindheit schwer missbraucht wurde, halt in wüste Tötungsfantasien seiner lieben Mutti hinein. Ihre Nachbarn sind der Angestellte Herr Kovacic, „seit zwei Generationen einheimischer Deutschösterreicher“, mit Gattin und Töchtern, dessen Familienidyll aus „neuer grauenhafter Einrichtung“, Eierlikör und dem väterlichen Befingern seiner Töchter gezimmert ist. Über diesen lächerlichen Verhältnissen und gequälten Einsamkeiten schließlich thront triumphierend Frau Grollfeuer, die eines Tages die Hausgemeinschaft in ihr stilvolles Speisezimmer zur Geburtstagsfeier lädt, die in einer veritablen Volksvernichtung mündet. An deren Höhepunkt erfüllt sich Frau Grollfeuer nicht nur ihren sehnlichen Wunsch, endlich einmal „in so einen erbärmlichen Mietshauskörper hineinzustechen“, sondern hält auch gnadenlos Gerichtstag über ihr Selbst … 

Schwabs „Fäkaliendramen“, zu denen seine „Radikalkomödie“ Volksvernichtung zählt, sind hässliche Porträts hässlicher Menschen, die sich in einer Kloake aus Hass, Gewalt, Niedertracht und Gemeinheit nur behaupten mittels der Sprache, die sie erzeugen, Sprache, die „sie selber sind“.

Zeitplan

Dauer:
ca. 165 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Jakob Brossmann
  • Kostüme
    Cedric Mpaka
  • Puppenbau
    Nikolaus Habjan, Marianne Meinl
  • Musik
    Kyrre Kvam
  • Licht
    Norbert Piller
  • Video
    Sophie Lux
  • Dramaturgie
    Hans Mrak

Medien und mehr

Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos – Trailer

Pressestimmen

  • Nikolaus Habjan zaubert mit vier Schauspielerinnen und sechs Klappmaulpuppen. Werner Schwabs Radikalkomödie wirkt wie eine Mutation von kaltem Naturalismus. Barbara Petritsch agiert darin als furiose Rachegöttin.

    Die Presse
  • Eigentlich fast eine Uraufführung: Werner Schwabs „Volksvernichtung“ wurde von Nikolaus Habjan grandios als Puppentheater in Szene gesetzt.

    Kleine Zeitung
  • Barbara Petritsch hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Ihr Vermögen, eine feine alte Dame in einen mörderischen Alb zu verwandeln, der nicht nur seelenvolle Menschen, sondern auch Kritiker in ihren Träumen noch lang verfolgen wird, war phänomenal.

    Die Presse
  • Die Qualität der streng komponierten Inszenierung besteht auch darin, dass sich hier der Text trotz Klappmäulern wie unverstellt entfaltet. Er spukt noch im Kopf, wenn der kurze finale Akt längst zu Ende ist.

    Die Presse
  • Dorothee Hartinger agiert souverän mit Herrmanns armer, bigotter, kalter Mutter. Ihre schneidende Stimme klingt wie ein Todesurteil. Sarah Viktoria Frick und Alexandra Henkel hantieren lustvoll und geschickt gleich mit einer ganzen Familie.

    Die Presse
  • Ihre Mieter vegetieren zwischen einem großbürgerlichen Treppenaufgang unter einer Plastik-Käseglocke (Bühne: Jakob Brossmann) wie in einem Terrarium für obskure Geschöpfe, die man besser nicht auf den Rest der Menschheit loslässt.

    Spiegel Online
  • Die Puppen eignen sich für Schwabs Text ausgesprochen gut. Die künstliche Sprache Schwabs bohrt sich aus dem Mund dieser monsterhaften Menschenimitate noch stärker in den Magen.

    Wiener Zeitung
  • Alptraumhafte Kreaturen: Nikolaus Habjans hypnotische Puppen geben Werner Schwabs virtuosem Text noch zusätzlich Nachdruck.

    Kronen Zeitung
  • Schwabs Vermächtnis hat kein Ablaufdatum; es konfrontiert mit seelenlosen Menschenpuppen. Zu verdanken ist dies, neben Nikolaus Habjan, einem grandiosen Quartett aus der obersten Liga des BurgtheaterEnsembles.

    Kleine Zeitung
  • Barbara Petritsch spielt diese Grande Dame der Gnadenlosigkeit mit extremem Sarkasmus und schneidendem Zorn, mit morbider aristokratischer Würde.

    Spiegel Online
  • Ein nachdrücklicher, suggestiver Abend außer aller Norm.

    Kronen Zeitung
  • Ein Prunkstück, eine große Schwab-Huldigung.

    Kleine Zeitung
  • Drei starke Frauen des Burgtheaters: Dorothee Hartinger, Sarah Viktoria Frick und Alexandra Henkel. Wir kennen sie als grandiose Schauspielerinnen, doch in dieser „Volksvernichtung“ treten sie zum ersten Mal hinter von ihnen gesteuerte Klappmaulpuppen zurück– und bleiben dennoch präsent wie immer.

    FAZ