Eventdetails

Vor Sonnenaufgang

Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

Die Nacht ist guter Hoffnung, der Tag noch ungeboren, aber bald schon wird es hell. Der Titel von Gerhart Hauptmanns 1889 uraufgeführtem „sozialen Drama“ scheint Zuversicht zu vermitteln. Die Geschäfte im Hause Hoffmann laufen gut, die Geburt des Stammhalters steht kurz bevor. Um ihrer Schwester mit dem bald Neugeborenen unter die Arme zu greifen, ist Helene ins Elternhaus heimgekehrt, und völlig überraschend trifft auch noch ein Jugendfreund des werdenden Vaters ein – Alfred Loth, ein engagierter Linksintellektueller. Der Gast findet Gefallen an Helene und Helene an dem Gast. Neues Leben bei den einen, neue Liebe bei den anderen. Und zum Glück ist man materiell für die Zukunft reichlich ausgestattet, ideell jedoch – wie sich zeigen wird – ganz und gar nicht.

In unserer zunehmend von gesellschaftlicher Unsicherheit, Polarisierung und Isolation geprägten Gegenwart ist Hauptmanns desillusionierender Blick auf Menschen und Verhältnisse  erschreckend aktuell – wenn man die historische Distanz überwindet und in seinem Personal die Menschen von heute erkennt: Wir sind wie sie, vor Sonnenaufgang, vor dem Abstieg.

Ewald Palmetshofer, dessen Schauspiel die unverheiratete 2014 in der Inszenierung von Robert Borgmann am Akademietheater uraufgeführt und mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet wurde, schreibt Gerhart Hauptmanns „soziales Drama“ neu und überträgt es in die Gegenwart. Der Regisseur Dušan David Pařízek, dessen Inszenierung von Wolfram Lotz’ Die lächerliche Finsternis 2015 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, kehrt mit dieser Arbeit ans Akademietheater zurück.

Zeitplan

Dauer:
ca. 135 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

April 2018

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

September

Oktober

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie & Bühne
  • Kostüme
    Kamila Polívková
  • Licht
    Krisha Piplits
  • Dramaturgie
    Eva-Maria Voigtländer

Medien und mehr

Trailer zu „Vor Sonnenaufgang“

Pressestimmen

  • Das siebenköpfige Ensemble überzeugt an diesem Abend rundweg: Fabian Krüger legt als Arzt nachdenklich-denkwürdige Auftritte hin; Dörte Lyssewski verleiht ihrer Annemarie Krause, der Matriarchin, die Firma und Familie unter widrigsten Umständen zusammenhält, viele Facetten; Michael Abendroth stellt den daueralkoholisierten Familienvater souverän dar; die ...

    Wiener Zeitung

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  • Michael Maertens als Loth, herrlich komisch, ebenso feig wie scharfsinnig.

    Salzburger Nachrichten
  • Michael Maertens überzeugt völlig als dieser ungelenke Alfred Loth, Journalist eines linken Blattes.

    Die Presse
  • Im Zentrum des hervorragenden Ensembles steht Michael Maertens als linkischer, linker, der mehr sein will als er kann. In feinen Nuancen mit Gestik, Mimik und Stimme macht er diese Figur spürbar. Markus Meyer spielt die Facetten des unsympathischen, völlig empathiebefreiten Ehemanns, Kleinunternehmers und politischen Strebers. Und wenn Fabian Krüger als A...

    News

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  • Der Plan aber, „Vor Sonnenaufgang" ins Heute zu übertragen, ist aufgegangen.

    Süddeutsche Zeitung
  • Eine Inszenierung als Rendezvous mit dem Furor der Wirklichkeit. Ein ganz großer Theaterabend.

    Wiener Zeitung
  • Unheilsbescherung, herrlich: Dušan David Parizek inszeniert „Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Hauptmann mit einem furiosen Michael Maertens am Wiener Akademietheater.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Markus Meyer spielt ihn mit Vollglatze, Dreitagebart und dezenter Brille als smarten Jungunternehmer. Meyer hat die neuen Rechten genau beobachtet, zeigt eine scheinbar unangreifbare Indifferenz, gibt den freundlichen Ehemann, der seine Frau begehrlich küsst, unmittelbar nachdem er seiner Schwägerin Helene an die Wäsche ging. Dieser Streber baut auf der B...

    Salzburger Nachrichten

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  • Große Kunst: ein neuer Sonnenaufgang.

    Falter
  • Zum Jahresende noch ein Höhepunkt. Ein Theaterereignis. Ohne Wenn und Aber eindrucksvoll.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Grandioses Schauspiel und ein Text mit Gültigkeit, mehr kann man vom Theater nicht verlangen.

    News
  • In diesem stimmigen Ambiente entfaltet nun, in den Händen eines selten exakt austarierten und das Miteinander feiernden Ensembles, Palmetshofers Text, der Hauptmanns Sozialdrama mit der Frage nach der Bestimmung des Menschen virtuos in ein Heute überträgt, seine Wirkung.

    Tiroler Tageszeitung
  • Der österreichische Schriftsteller, der zu den herausragenden Dramatikern seiner Generation zählt, erweist sich darin erneut als scharfer Gegenwartsdiagnostiker und feinsinniger Sprachkünstler.

    Wiener Zeitung