Wir sind auf uns selbst gestellt. Da draußen ist nichts.
Dennis Kelly
Waisen

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Waisen

Dennis Kelly

Blutüberströmt stürzt Liam ins Zimmer, in dem seine Schwester Helen und ihr Mann Danny gerade beim romantischen Candlelight-Dinner sitzen. Nicht sein Blut, beteuert Liam gleich, das Blut eines auf der Straße niedergestochenen Jungen klebe an ihm, er hätte ihm lediglich helfen wollen. Doch wo ist der verletzte Junge jetzt? Danny greift schon zum Hörer, um die Polizei zu informieren, aber Helen hält ihn auf: Liam ist vorbestraft, da könnte die Polizei falsche Schlüsse ziehen. Immerhin geht es hier um ihren kleinen Bruder, seit dem frühen Tod der Eltern ihre ganze Familie. Und wer wisse schon, ob der – zwielichtige – Verletzte ihre Hilfe überhaupt verdiene! Doch bei der Schilderung der Vorfälle verstrickt Liam sich zunehmend in Widersprüche, der Helfer verkehrt sich zum Täter. Ein Psychothriller um Liebe, Lügen, Vorurteile und Gewalt nimmt seinen Lauf.

Ist Blut wirklich dicker als Wasser? Wie weit würden wir für unsere Familie gehen? Wo endet unsere Solidarität mit Angehörigen, Mitmenschen, Fremden? Wann opfern wir unser Ideal der Nächstenliebe der Liebe zu unseren Nächsten? Das 2009 erschienene Erfolgsstück des britischen Autors Dennis Kelly untersucht die Mechanismen unserer Hilfsbereitschaft und die Grenzen unserer Loyalität. 

DENNIS KELLY
geboren 1968 in London, studierte Drama und Theater am Goldsmiths College London. 2003 war am Burgtheater die deutschsprachige Erstaufführung von seinem ersten Stück Schutt zu sehen. Neben dem Theater schreibt er für Hörfunk und Fernsehen. 

Regie
Christina Gegenbauer