Eventdetails

The Who and the What

Ayad Akhtar

Deutsch von Barbara Christ

Atlanta, im Süden der USA: Ein Vater, Afzal, und zwei erwachsene Töchter. Der verwitwete Patriarch stammt ursprünglich aus Pakistan und hat sich vom Taxifahrer zum erfolgreichen Taxiunternehmer emporgearbeitet. Ein eher liberaler Muslim, aber mit sehr stabilen Ansichten, der sich rührend um seine Töchter kümmert. Für die ältere, Zarina, eine begabte Schriftstellerin, sucht er sogar heimlich einen Mann: Ohne ihr Wissen gibt er eine Kontaktanzeige auf muslimlove.com auf und prüft dann die Kandidaten persönlich auf Herz und Nieren – und, vor allem, auf Glaubensfestigkeit. Eli, ein junger Konvertit, scheint zunächst Vater wie Tochter zufriedenzustellen. Er heiratet Zarina. Doch als Afzal das aktuelle Manuskript seiner Tochter in die Hände fällt, ein kritisches Buch über den Propheten, über Mohammed als Mensch, kommt es zum Eklat. Die Fragen, die Zarina stellt, sind für ihn pure Blasphemie. Der Patriarch verstößt die Töchter und wird zugleich selbst zum Ausgestoßenen.

Nach dem Welterfolg Geächtet, Ayad Akhtars Debüt, das weiterhin am Burgtheater zu sehen ist, folgt nun mit The Who and the What ein neues Stück, welches auf pointierte und spannende Weise das Verhältnis des Islam zur Rolle der Frau in der Gesellschaft beleuchtet. Akhtar schreibt hochkomisch und tiefsinnig zugleich. Er behandelt brennende Fragen unserer Gegenwart – und gibt niemals einfache Antworten. Inszenieren wird der Schweizer Regisseur Felix Prader, der 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Yasmina Rezas „Kunst" inszenierte, die auch nächste Spielzeit im Burgtheater wieder gezeigt wird.

Ayad Akhtar wurde 1970 in New York geboren und wuchs in Milwaukee, Wisconsin, auf. Er schreibt für Theater, Film und Fernsehen, sein erster Roman Himmelssucher erschien 2012. Sein Debütstück Geächtet wurde 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet.

Zeitplan

Dauer:
ca. 105 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Mai 2018

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

September

Oktober

Weitere Termine folgen…

Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne und Kostüme
    Anja Furthmann
  • Licht
    Norbert Piller
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

The Who and the What – Akademietheater

Pressestimmen

  • Ein brillantes Stück über brisante Fragen.

    Kronen Zeitung
  • Aenne Schwarz schickt ihre Zarina auf das unsichtbare Hochseil permanenter Selbstbeherrschung hinauf. Ein finsterer Schmerz bändigt ihre Gesten und Mienen. Nur gelegentlich bindet sie die Haare, wie um ihre Hände vor einem Schluss um Papas Hals zu bewahren.

    Der Standard
  • „The Who and the What“ setzt sich mit dem Islam intelligent auseinander. Felix Prader hat es mit perfektem Ensemble subtil inszeniert.

    Die Presse
  • Brillant ist Aenne Schwarz, die ihre Zarina in all die Zerrissenheit zwischen konsequentem Denken, kritischer Zeitgenossenschaft und Sehnsucht nach Harmonie ergreifend einbettet. Irina Sulaver steht ihr glänzend zur Seite, sie verleiht ihrer Mahwish gekonnt die Leichtfüßigkeit, mit der diese durch das Leben geht, ohne deren ebenfalls vorhandene Seelenscha...

    Tiroler Tageszeitung

    Mehr erfahren

  • Simonischek verwandelt sich ganz und gar in einen Patriarchen, der nicht nur ein vifer Geschäftsmann, sondern auch ein manipulativer und harmoniebedürftiger Patriarch ist. Hauß spielt das nötige Korrektiv zum dominanten Älteren mit viel Witz, als sensibel Suchenden.

    Die Presse
  • Im Zentrum aber steht Peter Simonischek: Sein Afzal biedert sich nicht Toni-Erdmann-mäßig an, er verkörpert ganz einfach mit seiner Statur das Gesetz der konservativen Familie.

    Kurier
  • Mit Ausstatterin Anja Furthmann hebt Felix Prader das Stück auf eine allgemeingültige, neutrale Ebene. Ein riesiger Gebetsteppich im Hintergrund ist Folklore genug; fünf Sessel aus hellem Holz reichen als Requisiten.

    Kurier
  • Prader hat das Eindreiviertelstundenstück souverän im Griff: Wie feine Miniaturen reiht er die Szenen, in denen lediglich fünf Stühle umgestellt werden, aneinander. Jede Pointe sitzt perfekt.

    Kronen Zeitung
  • Ayad Akhtars Komödie über die Anpassungsnöte muslimischer Migranten erlebt im Wiener Akademietheater eine mustergültige Erstaufführung. Dabei enthält das Stück genug Fragwürdiges.

    Der Standard
  • Steht es uns wohl an, einer monotheistischen Weltreligion anzuraten, sie solle sich im Handumdrehen reformieren? Den herrlichen Schauspielern und der erfreulichen Inszenierung wird man die Schuld an einer solchen Misere nicht zuschieben wollen.

    Der Standard
  • Hier wird von einem Ensemble auf höchstem Niveau ein Lehrstück der Toleranz geboten.

    Die Presse
  • Regisseur Felix Prader gießt all diesen Konfliktstoff, der in seiner Essenz ein großes Hohelied auf die Liebe darstellt, in einen wunderbar austarierten emotionalen Abend. Prachtvoll ist das Ensemble.

    Tiroler Tageszeitung
  • Großartig Simonischek als verwirrter Vater, der sich seinen Propheten nicht zum Menschen kleinreden lassen will, aber – erstaunt – draufkommt, dass er seine Tochter mehr liebt als seine religiösen Überzeugungen. Wunderbar auch Aenne Schwarz als widerborstige Zarina, die ihre Meinungsfreiheit vielleicht doch wichtiger nimmt als die Liebe zu ihrem Vater.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung