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Woyzeck

Georg Büchner

Woyzeck ist Soldat und Barbier, Diener eines Hauptmanns, aber vor allem: prekäre Existenz, geschundene Kreatur. Er hört immer wieder Stimmen, zeigt deutliche Symptome von Schizophrenie. Ein fanatischer Doktor missbraucht ihn für fragwürdige Experimente – Woyzeck darf nur Erbsen essen, sonst nichts. Sein klägliches Honorar für diese unbekömmliche Diät erhält Marie, die Mutter seines Kindes, die ihn mit dem Tambourmajor betrügt. Als Woyzeck davon erfährt, tötet er sie am Seeufer mit einem Messer und verschwindet schließlich im Wasser. Doch nicht nur Marie hat ihn verraten und gedemütigt, die ganze Gesellschaft hat Woyzeck auf dem Gewissen.

Georg Büchner, der die Arbeit an Woyzeck 1836 begann, war seiner Zeit meilenweit voraus. Mit diesem erst 1913 uraufgeführten schmalen Fragment hielt die Moderne Einzug in die deutsche Dramenliteratur. Der Text enthält ganze Kontinente menschlicher Abgründe, Himmel und Hölle in 27 knappen Szenen. Es geht um nichts Geringeres als die vollständige Deformation des Menschen zum Tier. Der große niederländische Theatermacher Johan Simons, der zuletzt Radetzkymarsch an der Burg inszenierte, wird Büchners bahnbrechendes Fragment auf die Bühne bringen – diesen „vielmal vom Theater geschundenen Text, der einem Dreiundzwanzigjährigen passiert ist, dem die Parzen bei der Geburt die Augenlider weggeschnitten haben, vom Fieber zersprengt bis in die Orthographie, eine Struktur, wie sie beim Bleigießen entstehen mag, wenn die Hand mit dem Löffel vor dem Blick in die Zukunft zittert“ (Heiner Müller).

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

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Juni

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Stéphane Laimé
  • Kostüme
    Greta Goiris
  • Musik
    Warre Simons
  • Sounddesign
    Jeske de Blauw
  • Video
    Lennart Laberenz
  • Licht
    Norbert Joachim
  • Dramaturgie
    Koen Tachelet, Rita Czapka

Medien und mehr

Woyzeck - Akademietheater

Pressestimmen

  • Johan Simons erzählt Georg Büchners Soldatendrama „Woyzeck" als körpersprachliches Wunderwerk.

    Der Standard
  • Scharf spielt den verrückt gewordenen Täter, der zugleich ein Opfer ist, mit beängstigender Präzision und wachsender Intensität.

    Die Presse
  • Eine Lesart wie diese, die die Figuren nicht niederdrückt, sondern inmitten ihrer schwierigen Existenz erstrahlen lässt, ist ungewöhnlich und erhebend.

    Der Standard
  • Simons „Woyzeck“ ist komplex: unterhaltsam und abgründig, rätselhaft und zupackend.

    Profil
  • Johan Simons lässt sein Ensemble mit großem körperlichem Einsatz um den Text herumspielen und will weder von der Seele noch von der Gesellschaft etwas wissen. Ihm geht es um das reine Spiel, Büchners Figuren sind bei ihm altgediente Mitglieder einer Gauklertruppe.

    FAZ
  • In dem Zirkus, der in dieser außergewöhnlichen Inszenierung die Welt ist, stellt Steven Scharf eine besonders staunenswerte Kuriosität dar: den Menschen.

    Süddeutsche Zeitung
  • Das Geheimnis des Stücks wird trotz allem bewahrt, und zwar von einem phantastischen Schauspielerpaar: Steven Scharf und Anna Drexler! So wie sie nebeneinandersitzen und sich zärtlich übers Knie streichen, kurz vor dem tödlichen Messerstich, so könnten sie ewig dasitzen. Und nichts würde je zwischen sie passen.

    FAZ
  • Johan Simons inszeniert „Woyzeck" abwechslungsreich - eklektisch, subtil und gelegentlich etwas ratlos.

    Die Presse
  • Simons und sein Ensemble haben ihre Sache gut gemacht. Ihr „Woyzeck" ist zur Kenntlichkeit verfremdet, zum Erbarmen entstellt. Seht, welch ein Mensch! Man glaubt hier in den stärksten Momenten, in eine alte, absurde, christliche Passionsgeschichte geraten zu sein.

    Die Presse