Richard II.

William Shakespeare &
Regie Johan Simons , /
Bühne Johannes Schütz , /
Kostüme Greta Goiris , /
Musik Mieko Suzuki , /
Licht Friedrich Rom , /
Dramaturgie Sebastian Huber , / Dramaturgie Koen Tachelet , /
November 2020

Shakespeare’s „worst king“ has practically zero political savvy. The fact that he had one of his uncles murdered antagonised members of the extensive royal family. He also raised the taxes and levies to fund his magnificent court, which incensed large parts of the nobility. And when another uncle died, he confiscated his possessions and sent his sole heir into exile.

Elf Jahre ist Richard alt, als man ihn auf den Thron setzt, Isabel von Valois, seine Frau, ist mit sechs Jahren Königin geworden. Ein seltsam flirrendes Paar auf dem Thron, zwischen hypertrophen Höhenflügen und düsteren Ahnungen  schwankend. Shakespeares “schlechtester König” hat das, was man Politik nennt, nie gelernt. Er hat wohl den Mord an einem seiner Onkel angeordnet, was ihm dieses Verbrechen aber für Vorteile gebracht haben könnte, bleibt unersichtlich.

Vielmehr rührt es die Opposition in der weitverzweigten Königsfamilie auf. Er hat Steuern und Abgaben erhöht, um einen prächtigen Hof zu führen, und damit große Teile des Adels gegen sich aufgebracht. Und er konfisziert das Vermögen eines anderen Onkels, kaum, dass der gestorben ist, und schickt den einzigen Erben in die Verbannung, um einen Feldzug gegen irische Rebellen zu finanzieren. Seine Regierung, ein Amtsmissbrauch.

Mit: 

KÖNIG RICHARD II. Jan Bülow

KÖNIGIN ISABEL Stacyian Jackson

JOHANN VON GAUNT/DESSEN GEIST Martin Schwab

HEINRICH BOLINGBROKE, SEIN SOHN Sarah Viktoria Frick

HERZOG VON YORK Oliver Nägele

HERZOGIN VON YORK Sabine Haupt

AUMERLE, DEREN SOHN Bardo Böhlefeld

BUSHY Falk Rockstroh

NORTHUMBERLAND Johannes Zirner

PERCY, SEIN SOHN Lukas Haas

THOMAS MOWBRAY Gunther Eckes

Als Richard von der irischen Mission zurückkehrt, hat der verbannte Erbe, Heinrich Bolingbroke, die Abwesenheit des Souveräns zur Rückkehr nach England genutzt und viele Unzufriedene um sich geschart; das tief gespaltene Land ist für den König unregierbar geworden. Die Staatskrise, die daraus folgt, berührt Fragen nach der Legitimität von Herrschaft im Kern. Da ist zum einen die Frage, wie und durch wen ein gottgesalbter König abgesetzt werden kann und über welche Legitimation sein Nachfolger auf dem Thron verfügt – eine Frage, die Bolingbroke als Heinrich IV. noch zwei volle Shakespeare-Stücke lang verfolgen wird. Und was bleibt von “unkinged Richard”, wenn der “body natural”, der physische Mensch, des "body politic“, seiner Königswürde, entkleidet ist? Hinter all dem steht die Frage nach der Berechtigung von Herrschaft als solcher: “Die Krone auf des Königs Schläfe, sie ist hohl. Im Hohlraum thront ein Clown und reißt Witze übern Staat."

Bonusmaterial: Martin Schwab über RICHARD II.
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