"Sichtbar sind alte weiße Männer"

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Das Männliche wird in unserer Gesellschaft immer als Norm wahrgenommen, sagt Laura Wiesböck. Oder würden Sie sagen, dass die Sprache in männlicher Schreibweise "gegendert" ist? 

Laura Wiesböck, 1987 in Wien geboren, ist Soziologin an der Universität Wien. Studien- und Lehraufenthalte führten sie nach Belgien und Oxford bis nach Ghana und in die USA. Bereits ihre Dissertation wurde ausgezeichnet - mit dem mit dem Theodor Körner Preis und dem Bank Austria Forschungspreis. Formen, Ursachen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit, insbesonders im Hinblick auf Arbeitsmarkt und Migration in Europa bilden den Schwerpunkt von Wiesböcks Forschungsarbeit. Denn: Bereits bei der Geburt, so Wiesböck, sind die Chancen des neugeborenen Menschen innerhalb der Gesellschaft vorstrukturiert. Je nach Geschlecht, Hautfarbe oder sozialer Herkunft der Familie.
Was sichtbar ist, schafft gesellschaftliche Normalität. Sichtbar, zum Beispiel in Medien, sind sehr viel weiße Männer jeglichen Alters, Frauen werden hingegen nur bis zu einer gewissen Reifestufe repräsentiert. Paarbeziehungen, die gezeigt werden, sind meistens heterosexuelle. Menschen mit dunkler Hautfarbe oder Menschen, die Beeinträchtigungen haben, kommen kaum irgendwo vor. “Man muss sich das einmal vorstellen”, sagt Wiesböck: “Man wächst in einer Gesellschaft auf und wird nirgends repräsentiert. Da braucht es nicht einmal akive Deskriminierungspraktiken um abgewertet zu werden.” Auch Unsichtbarmachen ist eine Form von Diskriminierung. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht die Soziologin auch regelmäßig Artikel in Tagesmedien wie dem Standard, der Zeit oder der Wiener Tageszeitung. Zuletzt erschien von ihr "In besserer Gesellschaft" bei Kremayr&Scheriau. Und zuallerletzt stand sie für Theblondproject Rede und Antwort. Schauen Sie rein...

 

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