Kinder der Sonne

In der Stadt wütet eine Epidemie, viele Bewohner verdächtigen die Ärzte, sie hätten die Menschen krankgemacht, um sich daran zu bereichern. 1905 thematisiert Gorki in seinem Stück KINDER DER SONNE den Choleraaufstand von 1892. Die von den Herrschenden in Unwissenheit gehaltene Bevölkerung sucht die Schuld an der Epidemie in der Geldgeilheit der Ärzte und will dem Protagonisten Protassow – einem Chemiker – ans Leben.

 

Burgtheater

Uraufführung: April 2021

KINDER DER SONNE

Simon Stone nach Maxim Gorki

Regie: Simon Stone

Bühne: Bob Cousins

Kostüme: Mel Page

Musik: Stefan Gregory

Licht: Friedrich Rom

Die Welt in KINDER DER SONNE ist in ein Innen und Außen aufgeteilt. Innen wird der neue Mensch erörtert. Um Protassow versammeln sich Künstler*innen und Intellektuelle. Sie suchen nach dem sinnstiftenden Element und diskutieren die Probleme der Gesellschaft. Protassow glaubt bedingungslos an den wissenschaftlichen Fortschritt und daran, dass ein neuer Mensch entsteht, der alles Dagewesene überflügelt. Seine Frau setzt auf die Schönheit der Kunst und seine Schwester lebt in der Angst vor einer pöbelnden Masse, die die soziale Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen und alles vernichten wird. Die Parallelitäten zum Ausbruch des Corona-Virus und dem Umgang damit sind nicht zufällig. Simon Stone wird eine eigene Bearbeitung des Klassikers im Burgtheater vorstellen, in dem er die bereits bei Gorki angelegten Themen ins Hier und Jetzt transportiert. Was hält die Welt zusammen und wie funktioniert, von dieser Frage ausgehend, der Mikrokosmos Familie oder Beziehung? Wie entlarvt eine Gesellschaft Verschwörungstheorien und wer ist wie und wodurch informiert? Neurotisch, unglücklich, egoistisch hat sich jeder der Protagonisten in seinem Kokon eingerichtet. Draußen auf der Straße findet eine wirkliche Revolte nicht statt. Eine Utopie ist bei Gorki und Stone nicht in Sicht.

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