Die Troerinnen

Der Krieg ist nicht vorbei. Die Frauen sitzen mit ihren Kindern wie Geflüchtete, wie Geiseln, wie Trophäen in den Trümmern der zerstörten Stadt. Die siegreichen Männer rüsten sich zur Heimfahrt. Die Schlacht um Troja ist geschlagen, aber der Krieg ist nicht vorbei. Die Frauen haben alles verloren, was sie besaßen, jetzt soll ihnen noch die Verfügungsgewalt über ihre Leben, ihre Biografien, ihre Körper genommen werden. Kassandra soll Agamemnon gehören, Andromache dem Neoptolemos und Hekuba dem Odysseus. Menelaos wird Helena, seine Frau, die ihn für den trojanischen Prinzen Paris verließ und den Krieg auslöste, wieder “nach Hause” bringen, aber nur, weil er es vorzieht, sie dort zu opfern, anstatt in Troja; Polyxena gar wird einem Toten zum Geschenk gemacht und auf dem Grab des Achill getötet.

 

Burgtheater

März 2021

Die Troerinnen

Euripides

Regie: Adena Jacobs

Bühne & Kostüme: Eugyeene Teh

Komposition: Max Lyandvert

Choreografie: Melanie Lane

Licht: Michael Hofer

Dramaturgie: Alexander Kerlin

Bevor die Stadt endgültig in Flammen aufgeht, wollen die Sieger aber auch noch jede mögliche Zukunft vernichtet haben – und töten dafür einen kleinen Jungen, der sterben muss, weil er als Enkel des toten Königs in den Augen der Sieger ein Symbol für diese Zukunft darstellt. Das Stück erzählt in großen Gesängen vom Leid und Unrecht des Krieges aus Sicht der Frauen, aber die Troerinnen sind auch in sehr konkrete Kämpfe um Schuld und Unschuld, um die Verantwortung der Überlebenden und das Bild, das sie hinterlassen werden, verstrickt – so kämpfen sie in mehr als einer Hinsicht um ihr Leben. Denn der Krieg ist nicht vorbei. 

Die australische Regisseurin Adena Jacobs hat sich mit bilderreichen Inszenierungen klassischer antiker wie zeitgenössischer Stoffe und einer dezidiert feministischen Ausrichtung ihrer Arbeit einen internationalen Namen gemacht. DIE TROERINNEN ist ihre erste Arbeit auf dem europäischen Festland.

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