Wiedersehen & Neuentdecken

DER THEATERMACHER

Edition Burgtheater

Die Vorgeschichte ist ein Theaterskandal: Thomas Bernhard bestand für die Salzburger Uraufführung seines Stücks DER IGNORANT UND DER WAHNSINNIGE auf Abschaltung der Notbeleuchtung und absolute Finsternis, eine Forderung, die feuerpolizeilich nicht durchzusetzen war. Bernhard quittierte die Vorschriften mit Verweigerung: "Eine Gesellschaft, die 2 Minuten Finsternis nicht verträgt, kommt ohne mein Schauspiel aus!" Im THEATERMACHER greift Thomas Bernhard die feuerpolizeiliche Schikane wieder auf.
Schauplatz ist der verkommene Theatersaal des Gasthofs "Schwarzer Hirsch" in Utzbach, das exakt 280 Einwohner zählt. Dort will der ehemalige Staatsschauspieler Bruscon seine Weltkomödie DAS RAD DER GESCHICHTE aufführen, deren Höhepunkt und Voraussetzung die absolute Finsternis sein soll. Doch Bruscon und seine Truppe sind nicht weniger erbärmlich als der Wirtshaussaal: seine lungenkranke, ständig hustende Frau, der unbegabte Sohn Ferrucio und die nicht den Ansprüchen des Vaters entsprechende Tochter Sarah.
Doch die Familienmitglieder sind Bruscon nicht nur als Mitwirkende, sondern, gemeinsam mit dem wortkargen Wirt, auch als Publikum dem THEATERMACHER rettungslos ausgeliefert – ihm und seinen Tiraden über die Vergeblichkeit der Kunst, die Verkommenheit des Staates, die Unzulänglichkeit des Publikums und das mangelnde Kunstverständnis der Feuerpolizei.


Mit: Josef Bierbichler, Traugott Buhre, Kirsten Dene, Regina Fritsch, Josefin Platt, Martin Schwab, Bibiana Zeller

Inszenierung: Claus Peymann
Bühnenbild: Karl-Ernst Herrmann
Kostüme: Jorge Jara

Premiere: 1. September 1986, Burgtheater (Uraufführung), Saison 1986/87
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen
Aufzeichnung aus dem Jahre 1986, Burgtheater

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