RITTER, DENE, VOSS

Edition Burgtheater

Drei Wiener "Cottagegeschöpfe" Geschwister und Erben eines Großindustriellen: Ludwig (Gert Voss) hat sich der Philosophie verschrieben und forscht nach nie gedachten Gedanken – in England, in Norwegen und zuletzt im berühmten Wiener Sanatorium Steinhof. Seine beide Schwestern sind Mehraktionärinnen des Josefstädter Theaters in Wien und selbst Schauspielerinnen: Die jüngere (Ilse Ritter) hat es dabei zu größeren Engagements gebracht, die Begabung der älteren (Kirsten Dene) reicht nur für kleine und kleinste Rollen.
Umso mehr fühlt sie sich für die Familie und insbesondere für ihren Bruder verantwortlich und hat Ludwig (gegen dessen Wunsch) aus der psychiatrischen Anstalt nach Hause geholt. Vor, während und nach dem Mittagessen im Speisezimmer der feudalen Döblinger Villa spielen sich nun – und vermutlich nicht zum ersten Mal – die alltäglichen Katastrophen einer reichen, exzentrischen Familie ab. Die Geschwister, meint Ludwig, haben "nie zusammengepasst" und sind dennoch aneinander gekettet: aus Furcht vor Einsamkeit, Abhängigkeit und inzestuöses Begehren.
Doch bei Thomas Bernhard führen die Ungeheuerlichkeiten menschlicher Beziehungen nicht mehr zur Tragödie, sondern geradewegs zur Groteske – sofern die dunklen Familiengeheimnisse nicht überhaupt unter den Tisch gekehrt werden.


Mit: Ilse RITTER, Kirsten DENE, Gert VOSS

Inszenierung: Claus PEYMANN
Bühnenbild, Kostüme: Karl-Ernst HERRMANN
Mitarbeit: Katrin BRACK

Premiere: 4. September 1986, Akademietheater (Uraufführung), Saison 1986/87
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 1986
Aufzeichnung aus dem Jahre 1986, Akademietheater

Beschreibung Information
Von Thomas Bernhard
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