Statement des Ensembles

23. Jänner 2023

Wir, das Ensemble des Burgtheaters, empfinden es als wichtig, von unserer Seite die offiziellen Stellungnahmen des Burgtheaters zu ergänzen.

Wir sind voller Trauer, Wut und Unverständnis über das Geschehene. Unser Mitgefühl gilt den Kindern und Jugendlichen, denen auf brutale Weise Gewalt angetan worden ist. Wir wünschen ihnen und den Menschen, die ihnen beistehen, alle Hilfe, die sie benötigen. Wir suchen nach Möglichkeiten, wie wir die Bewältigung dieser Erfahrungen unterstützen können, wie wir dazu beitragen können, dass das erlittene Unrecht wenigstens zur Prävention weiterer Taten und einem geschärften Bewusstsein in unserer Branche und der Gesellschaft beiträgt.
 
Es erschüttert uns, dass ausgerechnet unser Arbeitsplatz, das Burgtheater, für die Opfer, aber auch für zahlreiche andere Menschen in diesem Land, nun mit einem derart grässlichen Verbrechen in Verbindung gebracht wird. Auch hier werden wir alles in unserer Macht stehende unternehmen, dass das Theater ein Ort der Humanität, des Respekts und der Achtung bleibt. Auch ein Ort, der Opfern eine Stimme gibt. Das betrachten wir als unseren dringlichen Auftrag.
 
Wir sind bereit zu lernen, wie wir uns in Zukunft besser verhalten können. Wir vertrauen dem österreichischen Rechtssystem, der Justiz und der demokratischen Grundordnung, so dass wir einer Vorverurteilung auch in der Zukunft widersprechen würden.
 
Wir erkennen anhand dieses Falls, in dem sich die Anschuldigungen bewahrheitet haben, wie hoch das Risiko einer solchen Haltung ist, die dem Schutz jedes und jeder unschuldig Beschuldigten dient. Wir halten sie dennoch für unverzichtbar. 
 
Einfach weiterzumachen wie zuvor scheint unmöglich. Ein Theater besteht aus vielen Menschen. Ein Einzelner kann und darf nicht für alle stehen. Nehmen wir uns ein Beispiel an jenen Menschen, die aktiv und mutig gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen kämpfen. Sorgen wir dafür, dass Aufdeckungen solcher Verbrechen und Prävention dazu beitragen, Taten wie diese zukünftig zu verhindern. 

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