Vestibül

Der (vor)letzte Panda oder Die Statik

Dino Pešut &
Ab 14 / Einführung
Regie Nicolas Charaux , /
Bühne und Kostüme Pia Greven , /
Sounddesign Bernhard Eder , /
Licht Mathias Mohor , / Licht Enrico Zych , /
Dramaturgie Claudia Kaufmann-Freßner , /
Marija Annina Hunziker , /
Ana Wiebke Yervis , /
Marin Lukas Haas , /
Luka Aaron Röll , /
Dauer
75 Minuten keine Pausen
Deutschsprachige Erstaufführung
Szenenfoto Der (vor)letzte Panda oder Die Statik. Aaron Röll als Luka, Wiebke Yervis als Ana, Lukas Haas als Marin und Annina Hunziker als Marija.

Ana will Schriftstellerin werden, Luka träumt vom Wohnen im Loft (und heimlich träumt er auch von einem Mann fürs Leben), Marin schwankt noch zwischen Mafia und Betriebswirtschaftsstudium, und Marija weiß ganz einfach, dass sie nie so schön sein wird wie Ana (weshalb sie ihr Make­up umso dicker aufträgt). Was sie verbindet: derselbe Kindergarten, dieselbe Schule, die erste Liebe, das erste Besäufnis und der Kater danach. Denn alle vier kamen 1990 in Sisak, einer Kleinstadt in Kroatien, zur Welt und ihre Kindheit war geprägt vom Krieg – einem Krieg, der von heute auf morgen Nachbarn zu Feinden machte und Familien zerriss. Kroate oder Serbe? Eine plötzlich lebensentscheidende Frage, die neue Grenzen zog und Feindbilder erzeugte, die auch das Ende des Krieges hartnäckig überdauern.

Doch selbst der Krieg wird zum Alltag, und neben Luftschutzkeller und Nachkriegschaos, Traumatisierung und Gewalt bleibt Platz für eine fast „normale“ Kindheit, wenn auch die Spiele ungewohnte Namen tragen: „Lasst uns Wohlstand spielen, lasst uns Europa spielen.“ Aber alte Puppen von schwedischen Kindern sind Puppen und geschenkte Spielzeugautos bleiben Spielzeugautos. Ana, Marija, Luka und Marin erleben alles, was für Jugend und Heranwachsen typisch ist: Schule schwänzen und die Suche nach einer Zukunft, die den Träumen möglichst ähnlich sieht. Die Zeitreise durch ihr Leben endet schließlich mit dem 10­jährigen Maturatreffen: Es wird zu einer Bestandsaufnahme des Erfolgs und des Scheiterns. Die Erfolge sind individuell, das Scheitern nicht nur: „Die Menschen können sich vielleicht ändern, aber die Gesellschaft fast nie.“

Mit Der (vor)letzte Panda oder Die Statik weist Dino Pešut, geboren 1990 in Sisak, weit über die jüngere Geschichte seines Landes hinaus: Er entwirft das Bild einer jungen Generation, in deren Erfahrung von Stagnation und Aufbruch wir uns überall wiederfinden können.

Foto: Stefanie Moshammer

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