Burgtheater

Die Bakchen

Euripides &
Abo 16 / A / PROMPT
Regie und Bühne Ulrich Rasche , /
Kompostion und musikalische Leitung Nico van Wersch , /
Kostüme Sara Schwartz , /
Mitarbeit Regie Dennis Krauß , /
Mitarbeit Bühne Sabine Mäder , /
Chorleitung Toni Jessen , / Chorleitung Jürgen Lehmann , /
Licht Friedrich Rom , /
Video Sophie Lux , /
Dramaturgie Sebastian Huber , /
Dionysos Franz Pätzold , /
Pentheus Felix Rech , /
Agaue Sylvie Rohrer , /
Kadmos Martin Schwab , /
Teiresias Hans Dieter Knebel , /
Chorführer Markus Meyer , /
Chor Justus Pfankuch , / Chor Yannik Stöbener , / Chor Jeanne-Marie Bertram , / Chor Aleksandra Corovic , / Chor Zelal Kapcik , / Chor Anna Kiesewetter , / Chor Andreas Gaida , / Chor Pascal Groß , / Chor Sören Kneidl , / Chor Elias Krischke , / Chor Sam Michelson , / Chor Philipp Quell , / Chor Maren Streich , / Chor Felicitas Franz , / Chor Tobias Resch , /
Violine 1 Antonia-Alexa Georgiew , /
Violine 2 Nikolai Tunkowitsch , /
Viola Lena Fankhauser , /
Cello Melissa Coleman , /
Bass Christian Wendt , /
Perkussion Katelyn King , /
Tenor Julian Alberto Henao Gonzales , /
Bariton Helmut Höllriegel , /
Dauer
195 Minuten 1 Pause
Szenenfoto Die Bakchen

Dionysos, den seine Anhänger auch Bakchos nennen, ist nach Theben, in die Stadt seiner Herkunft, zurückgekehrt, um seine Anbetung zu erzwingen. Pentheus, der neue Herrscher Thebens, hat eine säkulare Ordnung geschaffen und erkennt die göttliche Abstammung des Dionysos als Sohn des Zeus nicht an. Große Teile der Bevölkerung unter Führung von Pentheus’ Mutter Agaue hat der Gott bereits in seinen Bann geschlagen, sie feiern als Bakchen in den nahegelegenen Bergen Orgien zu Ehren des neuen Gottes.
Die Bakchen ist ein Drama der Krise. Seine Uraufführung findet 406 v. Chr. nach fast dreißig Jahren Krieg mit Sparta kurz vor der Niederlage Athens statt. Es ist eine Zeit der Gegenaufklärung, der Intoleranz, der Ketzerverfolgung. Der griechischen Aufklärung, die das Denken des fünften vorchristlichen Jahrhunderts bestimmt hatte, wird der Prozess gemacht. Euripides hat sich aus Athen abgesetzt.

In Die Bakchen versucht Pentheus, der Erosion des öffentlichen Lebens mit polizeilichen und militärischen Mitteln Einhalt zu gebieten. Als er sich selbst in die Nähe der Bakchen begibt, wird er von diesen in Stücke gerissen. In verblendetem Triumph zieht Agaue, den Kopf ihres Sohnes in den Händen, nach Theben ein. Doch das grausame Erwachen bleibt ihr und der Stadt nicht erspart.

Das vermutlich letzte vollendete Drama des letzten der drei großen Autoren der griechischen Klassik, einer der Grundtexte des europäischen Theaters, eröffnete die neue Direktion am Burgtheater. In ihm steht für die Stadtgesellschaft und ihre Verfassung viel auf dem Spiel. Dionysos, der „kommende Gott“, dessen Rückkehr Euripides beschreibt, verspricht Gemeinschaft und Identität, Orientierung und Gefolgschaft – mithin die Befreiung von individueller Verantwortung und moralischen Fesseln und die Lizenz zu ungezügelter Gewaltausübung gegen seine Gegner. Die Bakchen sind eine grundlegende Studie über den Einbruch des Irrationalen in eine säkulare Gesellschaft und rühren mit der Wucht antiker Dramatik an eine der Grundfragen unserer Zeit.

Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche arbeitet zum ersten Mal am Burgtheater. Mit seinen monumentalen Bühnenmaschinen, dem konsequenten Einsatz von Musik und großen Chören, sowie der strengen Fokussierung seiner Inszenierungen auf die Sprache hat er sich in den letzten Jahren einen bedeutenden Namen gemacht.

Foto: Stefanie Moshammer

 

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