Burgtheater

Dies Irae – Tag des Zorns

Paul Wallfisch & Kay Voges & Alexander Kerlin &
Eine Endzeit-Oper
Abo 17 / B! / Ab 18 / Einführung
Regie Kay Voges , /
Komposition Paul Wallfisch , /
Bühne Daniel Roskamp , /
Kostüme Mona Ulrich , /
Director of Photography Voxi Bärenklau , /
Video-Art Robi Voigt , /
Dramaturgie Alexander Kerlin , /
Live-Sampling/Sound-Design Alexander Nefzger , /
Color Grading Simon Graf , /
Ton Raimund Hornich , /
Videoschnitt Manuel Bader , /
Nikita Dendl , / Gérôme Ehrler , / Philipp Dornauer , / Yana Ermilova , / Hannah Rahel Rang , / Runa Schymanski , /
Gesang Kaoko Amano , /
Live-Musik Larry Mullins alias Toby Dammit , / Live-Musik Simon Goff , / Live-Musik Paul Wallfisch , /
Live-Kamera Max Hammel , / Live-Kamera Georg Vogler , /
Live-Text Alexander Kerlin , /
Sujetfoto Dies Irae


Wie oft er schon nahte, der Jüngste Tag. Wie oft es sich schon ankündigte, das Jüngste Gericht. Wie oft sie schon anklopfte, an unsere Tür: die letzte Stunde der Menschheit.

Schon kommt Unglück auf Unglück. Das Ende kommt. Es kommt das Ende. Das Ende nähert sich dir. Siehe, es kommt,

sagt der Prophet Hesekiel. Diesmal aber wirklich. Und die Gerechten werden getrennt werden von den Verdammten. Wenn nicht jetzt, dann morgen. Und wenn nicht morgen, dann halt nächstes Jahr. Armageddon. Armageddon. Armageddon. 
Die Geschichte vom Ende aller Zeiten ist eine der größten Erzählungen, die wir besitzen. Wir erzählen sie schon lange - vielleicht, seitdem wir überhaupt erzählen. Und doch hat das Ende am Ende immer noch auf sich warten lassen. Häufig standen die Menschen schon zur vorhergesagte Stunde auf ihren Dächern, sie reckten die Arme erwartungsfroh gen Himmel, dem Licht entgegen, einzugehen in das ewige Glück. Aber die Propheten waren immer falsche. Sie haben uns noch nie "die Zukunft gegeben", sondern immer "die Gegenwart genommen", wie der Schriftsteller Maurice Blanchot es ausdrückte.


Und obwohl sich die Erzählung vom Ende aller Tage in der Moderne zunehmend von ihren religiösen Wurzeln gelöst hat, lebt sie doch in säkularisierten Varianten zahlreich fort - mit unterschiedlich starker Anbindung an reale Bedrohungen: Untergang durch Technik. Umweltverschmutzung. Überbevölkerung. Migration. Untergang durch Liberalismus. Nein, durch Neoliberalismus. Durch Europa. Durch Atomkraft. Seuchen. Klimawandel.


Und so verharren wir angesichts des nahenden Endes immer im Moment davor. Solange wir noch leben, hängen wir fest. In der Schwebe. Auf einem Möbiusband aus Zeit. 


In Dies irae trifft Schauspiel auf ein Musiktheater in der Schwebe: Was wäre eine Musik, die wie ein Spaziergang auf einem Möbiusband ist? Deren Ende naht und naht und naht; das aber nicht kommt, nicht kommt, nicht kommt? Der New Yorker Komponist, Sänger und Pianist Paul Wallfisch (u. a. The Swans) lässt heftige Rocksounds auf feinen Elektro prallen und komponiert für das Burgtheater den endlosen Loop vor dem DOOMSDAY - gemeinsam mit seiner hochkarätig besetzten Band: dem Schlagzeuger Toby Dammit (u.a. Iggy Pop und Nick Cave) und dem Multi-Instrumentalisten Simon goff (u.a. Johann Johannson). Auf der Suche nach der Harmonie des erlösenden, finalen Akkords.
Regie führt der der vielfach preisgekrönte Schauspiel- und Opernregisseur und designierte Volkstheaterdirektor Kay Voges.

Spielplan