Burgtheater

The Party

Sally Potter
Abo 20 / B!
Regie Anne Lenk Bühne Bettina Meyer Kostüme Sibylle Wallum Musik Camill Jammall Licht Norbert Joachim Licht Michael Hofer Dramaturgie Sabrina Zwach
Dauer
90 Minuten keine Pausen
Deutschsprachige Erstaufführung
Szenenfoto The Party, Janet (Dörte Lyssewski) liegt am Boden, neben ihr sitzt Bill (Peter Simonischek).

The Party ist eine Tragikomödie der britischen Autorin und Filmemacherin Sally Potter. Potter entwickelte zunächst das gleichnamige Drehbuch, das sie 2017 in nur zwei Wochen verfilmte.

Danach adaptierte sie den Text für die Bühne, den die Autorin wie folgt eröffnet: Alle Szenen spielen in einem Londoner Haus, das komfortabel, aber nicht vermögend wirkt; es sieht bewohnt, aber nicht besonders gepflegt aus. Hier wohnen offenkundig kulturell und politisch aktive Menschen, belesen und mit eklektischem Musikgeschmack. Die Haustür führt in eine Diele mit Türen in drei Räume: Küche, Bad und Wohnzimmer, aus dem Terrassentüren in einen kleinen hinteren Garten führen. Jegliches Bühnenbild muss nur eines leisten: Das Publikum muss gleichzeitig ablaufende Szenen in allen Räumen sehen können. Grundriss und Ausgestaltung des Hauses bleiben Einfallsreichtum und Interpretation überlassen. So weit, so Sally Potter.

Wir sind zu Gast bei einer anfänglich noch harmlos­ausgelassenen Party im linksliberalen Freundeskreis einer englischen Politikerin – nebst Gatten – in London. Gefeiert wird der politische Erfolg der Hauptfigur, Janet. Sie wurde zur Gesundheitsministerin eines Schattenkabinetts gewählt. Die Party gerät jedoch komplett aus den Fugen, als durch plötzliche, sich überschlagende Geständnisse die bürgerlich­intellektuellen Existenzen der Partygäste in Frage gestellt und politisch, ob wir es glauben oder neu diskutiert werden. In rasendem Tempo werden die drängenden Diskurse am Anfang des 21. Jahrhunderts durchdekliniert, von der Krise des Gesundheitswesens, der Demokratie und der Banken über den Stand des Feminismus bis hin zum Verlust verlässlicher Beziehungen. Im Durchlauferhitzer der Partydynamik werden die Gäste – vernunftgesteuerte Intellektuelle – zum Äußersten getrieben. The Party, im Englischen Party und Partei, verhandelt politische Haltungen und deren Korrumpier­ und Haltbarkeit mit viel Witz und Situationskomik.


Anne Lenk wird mit The Party nach Arbeiten in Berlin, Hamburg, Bochum, München und Nürnberg ihre erste Inszenierung am Burgtheater zeigen.

Mit freundlicher Unterstützung von Juwelier Wagner.

Foto: Stefanie Moshammer

Spielplan