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THEATERTAG: Kasimir und Karoline

Burgtheater
Ödön von Horváth
Christoph Luser, Christoph Griesser, Mavie Hörbiger, Felix Rech, Marie-Luise Stockinger
© Matthias Horn

Die (Ent-)Liebesgeschichte zwischen dem arbeitslosen Chauffeur Kasimir und der Büroangestellten Karoline in der Wirtschaftskrise gehört zu den großen vier „Klassikern“, die Horváth in den Jahren zwischen 1930 und 1933 geschrieben hat. Es wird eine präfaschistische Gesellschaft gezeichnet, in der Gefühle wie Güte und Solidarität weitgehend verloren gegangen sind. In Mateja Koležniks Inszenierung erweist sich die „Oktoberfestballade“ als ein eminent politisches Stück, das die politischen Gefahren am Übergang eines krisengeschüttelten Kapitalismus zum Faschismus sehr genau beschreibt.

Gemeinsam mit der Beratungsstelle Extremismus lädt das Burgtheater zu einer Sondervorstellung mit Werkeinführung um 18.45 Uhr ein. Im anschließenden Publikumsgespräch möchten wir unter anderem darüber nachdenken, was Extremismus befördern kann, wie man Radikalisierungen präventiv entgegenwirken und betroffene Personen unterstützen kann.

Einmaliger Sonderpreis inkl. Gespräch € 6,-
Publikumsgespräch mit Verena Fabris (Leitung der Beratungsstelle Extremismus von bOJA), Marie-Luise Stockinger und Felix Rech (beide Ensemble) & Sebastian Huber (Dramaturgie)
Moderation: Eva Konzett, FALTER

In Kooperation mit Beratungsstelle Extremismus & FALTER

Zum Stück

„Und die Liebe höret nimmer auf“ lautet das Motto zu Horváths „Ballade“ vom Münchner Oktoberfest Anfang der dreißiger Jahre. Allerdings endet die Liebe zwischen Kasimir, der an diesem Tag seine Kündigung als Chauffeur erhalten hat, und Karoline, die von ihren höheren Ambitionen nicht lassen mag, bereits in der dritten von einhundertsiebzehn Szenen mit den Worten: „Habe mich gerne!“ Und so bewahrheitet sich der im ersten Moment einfach nur boshaft klingende Satz von der Liebe, die nicht aufhört, im Verlaufe des Stücks fortwährend. Dass die Liebe in diesem Stück vor allem als Vehikel sozialen Auf- und Abstiegs betrachtet und eingesetzt wird, macht sie in einem gewissen Sinne nur noch dauerhafter. Aber nicht beständiger, denn jede neue Mitfahrgelegenheit in ein (noch) besseres Leben muss sofort genutzt werden und zum Zurückblicken bleibt keine Zeit: „Was tot ist, ist tot und es gibt keine Gespenster, besonders zwischen den Geschlechtern nicht.“
Karoline, die es vom geschassten Chauffeur für einen Moment bis zum Kommerzienrat bringt und schließlich beim Zuschneider aus der Kinderabteilung landet, versucht mit Kalkül, was mit Gefühl offensichtlich nicht zu erreichen ist: „Menschen ohne Gefühl haben es viel leichter im Leben.“
Die Kälte, die Horváths Figuren in diesem Stück von 1932 an den Tag legen, werden sie noch brauchen.

Beschreibung Information
Dauer und Pausen 1 Stunde 30 Minuten - keine Pause
Sitzplan A
Zusatzinformation einmaliger Sonderpreis € 6,- in Kooperation mit Beratungsstelle Extremismus & FALTER / anschl. Publikumsgespräch / Einführung
Teaser: KASIMIR UND KAROLINE
Teaser: KASIMIR UND KAROLINE
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