Ökologische Nachhaltigkeit

Als Teil der Gesellschaft können und wollen wir als Burgtheater GmbH nicht an einer gesellschaftlichen / politischen / nachhaltigen Diskussion vorbei denken und arbeiten.

Es ist uns bewusst, dass jede Form der Neuproduktion, jede Dekoration, jedes Kostüm, jede Reise, jeder nötige Transport Ressourcen verbraucht und Emissionen freisetzt. Obgleich es weitaus größere Emissionstreiber als Kulturbetriebe gibt, ist es unser Ziel im Rahmen unserer Möglichkeiten Emissionen zu vermeiden bzw. zu senken.

Zahlreiche Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden bzw. sind in Arbeit.

Luftbrunnen Dach des Burgtheaters mit Rathaus im Hintergrund (c) Karl Heindl
© Karl Heindl

Um der Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung Rechnung zu tragen, ist es das Ziel das Burgtheater nach dem Umweltmanagementsystem EMAS zertifizieren zu lassen.

Diese Zertifizierung und damit einhergehende Übernahme in das praktische Tun ist ein freiwilliges Instrument für eine nachhaltige Entwicklung in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Burgtheater GmbH – Verbesserungspotenziale werden analysiert und umweltfreundlichere Lösungen entwickelt.

Wir ziehen gemeinsam mit der Bundestheaterholding und unseren Schwesterhäusern an einem Strang und stehen darüber hinaus als Burgtheater GmbH zum Themenkomplex ökologischer Nachhaltigkeit im Austausch mit anderen Theatern, beispielsweise durch die Teilnahme bei Veranstaltungen im Rahmen des Berliner Theatertreffen oder des europäischen Theaternetzwerks MITOS 21.

Der Gesamtenergiebedarf der österreichischen Bundestheater konnte seit 2014 um rund 20 % gesenkt werden.

Die Burgtheater GmbH benötigte vor 2014 im Kalenderjahr rund 6500 MWh Energie (Wärme, elektrische Energie und Treibstoff). Das entspricht dem Strombedarf von 2.600 1-Personen Haushalten. Seit 2014 konnte der Jahresenergiebedarf der Burgtheater GmbH um über 25 % gesenkt werden, das entspricht dem jährlichen Strombedarf von 650 1-Personen Haushalten pro Jahr.

Durch das holdingweite Energiemanagementsystem wird das Energievolumen laufend gemessen. Die wesentlichsten Energieverbraucher der österreichischen Bundestheater sind die Lüftungs- und Heizungsanlagen. Der Wärmebedarf der österreichischen Bundestheater wird nahezu ausschließlich durch Fernwärme gedeckt.

Für den Gesamtenergiebedarfs der Burgtheater GmbH ist mit 71 % Verbrauch insbesondere die Spielstätte Burgtheater verantwortlich. Das Burgtheater ist mit einem Heizwärmebedarf von 70 kWh/m² gleichzeitig die energieeffizienteste Spielstätte der österreichischen Bundestheater. Auf der Energieeffizienzskala eines Energieausweises würde dies der Energieklasse „C“ entsprechen.

In die Spielstätte Kasino wurde 2018/19 eine neue Heizung eingebaut. Eine große Rolle spielt auch die Wärmedämmung, die auch unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und Erhalt der historischen Bauten möglich ist: So konnten die obersten Geschossdecken im Akademietheater im Sommer 2020 und im Burgtheater im Sommer 2021 gedämmt werden. Das ist nicht sichtbar, aber dadurch kann seither viel Energie eingespart werden.

Für eine individuelle Regelung wurden im Sommer 2022 die Heizkörper im Burgtheater flächendeckend mit Thermostaten ausgestattet.

Und die neue Klimaanlage im Burgtheater (seit August 2021), die in sehr heißen Sommerwochen die Frischluft aus dem Volksgarten herunterkühlen kann, wird zukünftig mit einer Photovoltaik-Anlage betrieben werden.

Wesentlich gesenkt werden konnte der Energieverbrauch durch den Umstieg auf LED in der Beleuchtung. Bereits 2017 war im Zuschauerhaus des Burgtheaters mit LED ausgerüstet worden, im Sommer 2021 folgte im Zuge der neuen Bestuhlung die Umrüstung auf LED im Saal des Burgtheaters. Seinen Abschluss fand dieses Projekt mit der Umstellung der Beleuchtung im Zuschauersaal und Foyerbereich im Akademietheater im Sommer 2022.

Zudem wurde die Außenbeleuchtung mit der Saison 2022/23 zeitlich stark reduziert: Sie wird (mit Ausnahme von Premierenabenden) jeweils 30 Minuten nach Vorstellungsende abgedreht.

Wo es möglich ist, haben Wiederverwendung und Recycling oberste Priorität. So werden Bestandteile von Bühnenbildern und Kostüme gelagert und wiederverwertet.

Dazu gehört auch, dass die Regieteams über die technische Ausstattung und lokalen Ressourcen informiert werden, so dass in der Planung eine Nutzung von Vorhandenem frühzeitig berücksichtigt werden kann.

Dekorationselemente für Bauproben und die Ausstattung der Probebühnen werden so weit wie möglich aus Systemteilen und wiederverwendeten Materialien hergestellt.

Theater ohne jegliche Form des Reisens wäre eine Reduzierung auf eine Regionalkultur, die diametral gegen eine Öffnung und Internationalisierung des Burgtheaters steht. Aber es gilt Potentiale herauszufiltern, um die Mobilität aller Burgtheater-Mitglieder wie auch Besucher*innen nachhaltiger zu gestalten:

  • Durch den Mobilitätspartner MGM wird auf E-Autos in der Burgtheater-Flotte umgestellt.

  • Der Partner IG Fahrrad ermöglicht durch die Bereitstellung von Dienstfahrrädern klimafreundliche Fahrten zwischen den Spielstätten.

  • Dienstreisen unter 500 km werden mit dem öffentlichen Nahverkehr geplant.

  • Und binnenländische Flüge sind nur bei mangelnder Alternative oder Spielplangefährdung möglich.

Außerdem ermutigen wir unser Publikum, für die Fahrt zum Theater öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Druckerzeugnisse bieten die Möglichkeit, das Publikum und potenzielles Publikum über das Programm zu informieren.

Bei der Erstellung von Druckprodukten wird auf das Maß und auf die Beauftragung möglichst umweltfreundlicher Druckereien geachtet. Mit der Saison 2022/23 werden Papiersorten gewählt, welche die Kriterien des österreichischen Umweltzeichens (ÖUZ), des deutschen Umweltzeichens (Blauer Engel) oder des europäischen Umweltzeichens erfüllen.

Bei der Entsorgung sollen Materialien zur Weiternutzung aufbereitet werden oder nachhaltig weitergegeben werden.

Die Trennung wird durch die Anschaffung von Misttrennungssystemen auf alle Bürobereiche ausgeweitet.

LEITBILD ZUR ÖKOLOGISCHEN NACHHALTIGKEIT

Wir, als eines der größten Kulturhäuser, nehmen eine wichtige Rolle in der Ausgestaltung einer nachhaltigen Zukunft ein. Mit Mitteln der Theaterkunst zeigen wir alte Rituale und Praktiken sowie Umbrüche in unserer Gesellschaft auf und eröffnen neue Vorstellungsräume und Perspektiven auf die Zukunft. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – wir möchten uns dieser stellen.

Wir verpflichten uns zur ökologisch nachhaltigen Theaterarbeit am Burgtheater.

 

I) Das Burgtheater bekennt sich zu den Pariser Klimazielen und verpflichtet sich dazu, im Rahmen seiner Handlungsspielräume alles Mögliche zur Bewältigung der Klima- und ökologischen Gesamtkrise beizutragen.

Die darstellende Kunst verhandelt von jeher die gesellschaftlichen Umbrüche und Herausforderungen der Zeit, eröffnet neue Vorstellungsräume und Perspektiven auf die Zukunft.

II) Als einer der größten und renommiertesten Kulturbetriebe Österreichs mit über 500 Mitarbeiter*innen sind wir uns darüber bewusst, eine besondere Rolle als Vorreiter bei der Ausgestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu spielen. Die darstellende Kunst verhandelt von jeher die gesellschaftlichen Umbrüche und Herausforderungen der Zeit, eröffnet neue Vorstellungsräume und Perspektiven auf die Zukunft. Die Klimakrise verpflichtet uns, diesen gesellschaftspolitischen Auftrag auf alle betrieblichen Abläufe zu übertragen und im Sinne der Nachhaltigkeit visionäre Lösungen zu entwickeln, umzusetzen und zu vermitteln. 

III) Wir treten für die Freiheit der Künste ein. Wir sind der Überzeugung, dass sich die Entwicklung ökologisch nachhaltiger Produktions- und Arbeitsabläufe mit der dauerhaften Wahrung der Kunstfreiheit vereinen lässt. Wir richten unsere Theaterarbeit neben der Schaffung qualitativ höchstmöglicher Kunst auch am Ziel der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit aus.

IV) Wir verpflichten uns zur umwelt- und klimaschonenden Gestaltung unserer Arbeitsprozesse. Dazu haben wir das Umweltmanagementsystem nach EMAS verankert. Wir kommunizieren diese Selbstverpflichtung innerhalb des Betriebes, analysieren alle Aspekte der täglichen Arbeit auf mögliche Verbesserungen und entwickeln umweltfreundlichere Lösungen.

Wir wollen als Ganzes eine aktive Umweltpolitik im Denken und Handeln aller unserer Organisationseinheiten und Standorte verankern, so dass jede und jeder Einzelne diesen Gedanken mit Energie und Taten füllt.

V) Wir gehen sorgsam und sparsam mit Ressourcen um: Wasser, Energie, Verpackungen oder Büromaterial. Wir setzen, wo es möglich ist, auf Wiederverwendung und Recycling. Wir betreiben verstärkt und mit besonderer Aufmerksamkeit die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, die energieeffizient und erkennbar ökologisch nachhaltig sind. Dienstreisen werden, wenn möglich, mit klimafreundlichen öffentlichen Verkehrsmitteln angetreten. Wir ermutigen unser Publikum, seine Anreise zum Theater mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten.  

VI) Wir informieren unsere Arbeitspartner*innen, Zulieferer*innen und Gastkünstler*innen bei der Vertragsvergabe über unsere ökologischen Standards und Ziele. Darüber hinaus vermitteln wir unser klares Bekenntnis zu ökologischer Nachhaltigkeit gegenüber unseren Zuschauer*innen sowie in der Öffentlichkeit. 

 

Wir wollen als Ganzes eine aktive Umweltpolitik im Denken und Handeln aller unserer Organisationseinheiten und Standorte verankern, so dass jede und jeder Einzelne diesen Gedanken mit Energie und Taten füllt.

Wir verpflichten uns, mithilfe unseres Umweltmanagementsystems zur laufenden Verbesserung unserer Umweltleistung und sorgen nicht nur für die Einhaltung aller rechtlichen und sonstigen bindenden Verpflichtungen, sondern auch für die Erfüllung freiwilliger Selbstverpflichtungen.

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