Akademietheater

Tosca

Uraufführung im November 2019

Die Reaktion eilt von Sieg zu Sieg. Nachdem die Engländer die französische Revolutionsarmee in der Seeschlacht bei Abukir besiegt haben, muss Napoleon nach Paris zurückkehren. In Oberitalien hat die große Koalition der Österreicher mit Russland die französisch dominierten Republiken zerschlagen und der Monarchie zum Sieg verholfen. In der Schlacht von Marengo scheint ein weiterer glanzvoller Sieg gegen Napoleons Truppen errungen. Das muss gefeiert werden. Die Königin lädt sich die prominenteste Staatskünstlerin, die Sängerin Tosca, mit einer Uraufführung als kulturellem Aufputz zum festlichen Abendessen. Ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, der nur seiner Liebe wegen noch im Land ist, versteckt am selben Abend einen geflüchteten Revolutionär. An dessen schneller Festsetzung hängen Leib und Leben des Polizeichefs Scarpia.

Der Weg zu dem geflüchteten Angelotti führt über Cavaradossi, der Weg zu Cavaradossi über Tosca. Dieser simplen polizeilichen Logik fallen nacheinander alle persönlichen und erotischen Beziehungen zum Opfer. Sie sind von Lüge, Misstrauen und Berechnung vergiftet, wie die Kunst – die „arglose“, an „Schönheit und Liebe“ orientierte und die widerständige, hehren politischen Zwecken dienende – durch ihre Indienstnahme vergiftet wird. Tosca ist ein Thriller, der mit hohem Erzähltempo von Höhepunkt zu Höhepunkt eilt, voll großer Gefühle, niederträchtiger Intrigen und versteckter Türen, hinter denen Verrat, Sex und Tod lauern. Für Autorin Kata Wéber und Regisseur Kornél Mundruczó, beide aus Budapest, die Sardous Erfolgsstück (das Puccini zu einem Libretto umarbeiten ließ) für das Akademietheater neu fassen, ist es ein Drama über Kunst und Künstler*innen unter den Bedingungen politischer Repression und „die Essenz meiner Erfahrungen der letzten zehn Jahre“ (Mundruczó).

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