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Zoë von Dohnányi im Gespräch mit Magdalena Knor, Anna Manzano und Rebekah Wild

Zoë von Dohnányi: Magdalena, wie ist die Idee zu dem Paravent entstanden? Worauf hast du bei der Auswahl der Materialien geachtet?

Magdalena Knor: Für den Zwischenton eine materielle Form zu finden, war zunächst gar nicht so leicht – wie schaut das Dazwischen aus? Erst einmal geht es um die Auflösung von Binaritäten oder um ein Öffnen oder Befreien von einem Entweder-Oder, damit Platz für das Fluide ist. Die ersten Assoziationen waren Transparenz, Schimmern als Effekt, Durchlässigkeit als Metapher, eben alles, was nicht undurchsichtig ist. Mir war wichtig, ein großes Bühnenbild-Element einzusetzen, das aber wandelbar und beweglich ist. 

Entstanden ist aus diesem Gedanken ein sechs Meter langes Rahmenkonstrukt, das sich – wie ein Paravent – falten, verschieben, ziehen und formen lässt. Im Gegensatz zum klassischen Paravent ist es aber nicht zur Abschirmung gedacht, sondern es ist durchschau- und durchschreitbar und es formt den Raum immer neu. In den Rahmen hängen unterschiedliche Stoffe, Texturen, Materialien, die allesamt jeweils auf eine andere Art und Weise beschaffen, durchsichtig, transparent oder schillernd und dadurch irgendwie flüssig sind. Die gesamte Konstruktion ist ein bisschen wie eine Membran, die es einmal mehr und einmal weniger erlaubt, auf die andere Seite zu schauen. Alles fließt, ist flexibel und in Transformation. Damit sind nicht nur der eine Ton, sondern alle möglichen Formen des Zwischentons da.

Auch die Publikumsausrichtung folgt einem Prinzip des Dazwischen: Der klassisch frontale Blick wird erweitert um zwei Seiten, die jeweils andere Vorgänge auf der Bühne sichtbar machen – ein fragmentierter Blick auf fragmentierte Handlungen im Raum.

 

ZD: Was ist der Zwischenton für euch? Was wünscht ihr euch für den gesellschaftlichen Diskurs rund um das Thema Gender Labels?

MK: Intopio kommt meinem Begriff des Zwischentons schon sehr nah. Ein Ort, an dem alle Platz finden, der weiterwächst und damit immer im Wandel ist. Er lebt. Und an diesem Ort gibt es viele Formen des Zwischentons.

Mein Wunsch: Offenheit, ein aufmerksames und empathisches Wahrnehmen der Mitmenschen. Und auch wütend sein zu dürfen.

Anna Manzano: Da ist so viel Schmerz und Gewalt in diesem Thema. Und dann so viel Meinung. Ich wünsche mir Verspieltheit, Leichtigkeit, Freiheit.

 

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