Sehnsuchtsort Burgtheater: Erinnerungen an die Schicksalsjahre 1938-1945-1955
Gezeichnet vom Nationalsozialismus fühlte man sich in Österreich im Jahr 1945 einem eher rückwärtsgewandten, von der Tradition der Habsburger Monarchie getragenen Selbstbild verpflichtet. Trotzdem war für viele Menschen das Burgtheater ein wichtiger Sehnsuchtsort für ein friedliches, gerechtes und unabhängiges Österreich.
Ausgehend von dieser paradoxen Widersprüchlichkeit soll nach der glanzvollen Wiedereröffnung im Jahr 1955 die Rolle des Burgtheaters in der Gegenwart und Zukunft diskutiert werden. Während Europa 1945 und danach von einem solidarischen Aufbaugedanken geprägt war, scheint dieser Sozialpakt zurzeit in Auflösung begriffen zu sein. Auch die parlamentarische Demokratie wird zunehmend, wie viele Umfragen zeigen, durch einen neuen Autoritarismus infrage gestellt. Was kann die BURG, die Kultur an sich, bewirken, um die Utopien eines friedlichen und solidarischen Miteinanders mit neuen Ideen und Zielen aufzuladen?
Maja Haderlap (Schriftstellerin), Gerald Heidegger (Journalist, ORF-Ressortleiter Zeitgeschichte/Zeitgeschehen), Michal Hvorecký (Schriftsteller, Journalist), Oliver Rathkolb (Historiker)
Wir zeigen Auszüge aus Dokumentarfilmen von Hugo Portisch.
Text und Konzept: Oliver Rathkolb, Rita Czapka
In Kooperation mit dem Wiener Institut für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA)