WIR TRAUERN UM JOHANNES KRISCH

Burgtheater_Johannes-Krisch-Soskic
© Katarina Šoškić

Wir trauern um unseren Kollegen Johannes Krisch, der am 27. Juli 2026 verstorben ist.


Johannes Krisch, 1966 in Wien geboren, gehörte von 1989 bis 2019 dem Ensemble des Burgtheaters an. Er arbeitete hier mit Regisseur:innen wie Stefan Bachmann, Karin Beier, Ruth Berghaus, Andrea Breth, David Bösch, Jürgen Flimm, Dimiter Gotscheff, Karlheinz Hackl, Martin Kušej, Hans Neuenfels, Claus Peymann u.a.
1995 spielte er den Romeo in Shakespeares ROMEO UND JULIA (R: Karlheinz Hackl). Mit seiner unverstellten, natürlichen und agilen Spielweise gelang ihm der Durchbruch. Das Repertoire seiner protagonistischen Figuren reichte am Burgtheater von Hofmannsthals DER TURM, Handkes KASPAR, Goethes REINEKE FUCHS, dem Jaromir in Hofmannsthals DER UNBESTECHLICHE, Jochanaan in SALOME von Oscar Wilde/Gerhard Rühm über den Oskar in Horváths GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD, den Sepp in Kroetz STALLERHOF, Orsolics in Franzobels DER BOXER ODER DIE ZWEITE LUFT DES HANS ORSOLICS, bis zum Alpenkönig in Raimunds DER ALPENKÖNIG UND DER MENSCHENFEIND und Titus Feuerfuchs in Nestroys DER TALISMAN. 2017 wurde Johannes Krisch der Berufstitel „Kammerschauspieler“ verliehen.
Große Erfolge feierte er auch auf der Leinwand mit Filmen wie Revanche von Götz Spielmann, Peter Patzaks Kottan ermittelt: Rien ne va plus, Elisabeth Scharangs Vielleicht in einem anderen Leben und Jack oder Die Vaterlosen von Marie Kreutzer und mit der TV-Serie Braunschlag (R: David Schalko).
Mit dem Album MIRRORS, einem Tribut an Lou Reed, und der Präsentation im Kasino, wurde er zum „Rockstar“ der BURG. Johannes Krisch war ein „Körper“-Spieler. Kraft, Eleganz und Geschmeidigkeit hatte er im gleichen Maße parat wie unterschwellige Gefährlichkeit. Sein Spiel war immer charismatisch und existenziell. Als Kollege war er für seine streitbare Intensität im Schauspiel und im Leben bekannt, ebenso für seine Solidarität und sein Engagement für andere.

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