Das Akademietheater feiert 100-jähriges Jubiläum

#aka100

Was bedeutet Ihnen das Akademietheater? Welche Inszenierungen haben Sie hier gesehen? An welche legendären Momente erinnern Sie sich?

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Akademietheaters sammeln wir Ihre Akademietheatergeschichten, -anekdoten und gerne auch Fotos.

Schreiben Sie uns an online@burgtheater.at oder posten Sie auf Social Media unter dem Hashtag #aka100. Die Einsendungen werden auf www.burgtheater.at/aka100 veröffentlicht.

Fassade Akademietheater
© Nikola Hergovich

Geschichten zu #aka100

© Stefanie Dvorak

Ode an A

Oh – du süße, meine Liebe
So viel Freude schenkst du mir
All‘ die zauberhaften Triebe
Treiben mich jeher zu dir

Ach, wie lieb‘ ich deine Bühne
Ihre Bretter mag ich sehr!
Völlig frei und ohne Sühne
schwebt mein Glück im Stückemeer

Innig spür‘ ich deine Nähe
Deine Kraft beflügelt mich
Wenn ich deinen Saal erspähe
spüre ich den Freudenstich

Oh du Zauber der Berührung
Wie verzehrt es mich nach dir
Lieben Dank für die Verführung
Für die Schönheit deiner Zier!

Herzlichen Glückwunsch zum 100., altes Haus!

Deine Stefanie Dvorak 

Barbara Petritsch erzählt. Im Rahmen von #aka100

Wir — Branko Samarovski, Stefanie Dvorak, Robert Meyer und ich — spielten NIE MEHR INS THEATER von Karl Valentin in der Regie von Robert Meyer im Akademietheater. Die größte Herausforderung des Abends stellte für mich die Aufgabe dar, über meine KollegInnen während des Spiels auf der Bühne nicht zu lachen. Von Anfang an, seit ich auf einer Bühne stehe, hatte und habe ich mit einem extrem anfälligen Zwerchfelllachmuskel zu kämpfen, der mir oft nicht gehorcht, so sehr ich mich auch bemühe, ernsthaft bemühe! Im Theaterjargon nennt man das eine „Lachwurzn“. In dieser Inszenierung war es besonders schlimm mit mir, sodass mich Robert zur Strafe nach den verlachten Vorstellungen in der Kantine die Rechnung für alle bezahlen ließ. 

Das tat natürlich finanziell weh, aber als Therapie half es leider nicht viel. Ich erinnere mich an eine spezielle Vorstellung, in der mich irgendeine Reaktion Roberts derartig erheiterte, dass ich mich nicht mehr fangen konnte und zum Schutz einen Stapel Papier schützend vor mein Gesicht hielt … vergebens, die Blätter bebten mit und verrieten mich, was meinen Lachanfall potenzierte, der jetzt gar nicht mehr zu stoppen war, ich konnte nicht mehr weiterspielen … bis das Publikum vor Vergnügen mitlachte und zu klatschen anfing. 

Regina Fritsch 

Gesammelte Eintrittskarten von Paul Lutzeier zu #aka100
© Paul Lutzeier


Ich bin im Jahr 2007 das erste Mal in Wien zu Besuch gewesen und habe sogleich meine erste Vorstellung im Akademietheater besucht. DER STURM in einer Inszenierung von Barbara Frey mit nur drei Schauspieler*innen: Maria Happel, Joachim Meyerhoff und Johann Adam Oest. In einer Phase in der ich nicht genau wusste, was ich beruflich mit meinem Leben anfangen werde hat mich diese Aufführung so begeistert, dass ich sie in den 10 Jahren, in der sie auf dem Spielplan stand, mindestens zehn mal gesehen. Aber dieser erste Abend hat dazu beigetragen, mich für das Theater und für Wien zu entscheiden. Ich habe dann in den ersten Jahren in denen ich in Wien lebte alles was es im Akademietheater zu sehen gab angesehen. In den meisten Fällen vom Stehplatz aus, mehr war finanziell nicht möglich. Ich stand an die metallene Brüstung gebeugt, den Atem anhaltend, um ja jedes Wort der Spieler*innen in mich aufzusaugen. Jeder Abend ein Erlebnis! Der Zauber, der jeden Abend in diesem sehr intimen Theater gezeigt wurde, hat meine Liebe zum Theater nur verstärkt. Ich wusste, ich muss ans Theater, an dieses Theater! Und tatsächlich war mir das Glück hold, so dass ich 2011 in der Inszenierung RASMUS, PONTUS UND DER SCHWERTSCHLUCKER von Annette Raffalt meinen ersten Auftritt, in wechselnden Kleindarstellerrollen - ein Schießbudenverkäufer, eine mit 70cm Plateauschuhen und überdimensioniertem pinken Totenkopf, Zylinder und Halskrause ausgestatteter Geisterbahnfigur - haben durfte. So habe ich auch die Mitarbeiter*innen hinter der Bühne kennenlernen dürfen und bin Teil einer wunderbaren Familie geworden.

(Einige Jahre später hatte ich dann nochmal einen sehr kurzfristigen Auftritt als Hotelbesucher in HOTEL STRINDBERG in der Inszenierung von Simon Stone. Ein Komparse war kurzfristig verhindert und ich zu diesem Zeitpunkt für dieselben verantwortlich. Der Clou: der Komparse war nackt. Aber die Show musste ja weitergehen. Also habe ich das gemacht. Unvergessen, wie nach dem Auftritt eine Schauspielkollegin durch das Hotelzimmer geht, um von der Bühne zu gehen. Und entsetzt ruft: Was machst Du hier? Und warum bist Du nackt?)

Ich kann nur sagen, dieses Haus ist ein ganz besonderes und seine Mitarbeiter*innen tragen im vollem Maße dazu bei. Auf die nächsten 100 Jahre!

Paul Lutzeier

Ich bin 87 Jahre alt und habe so viele fantastische Aufführungen im Akademietheater gesehen, dass ich gar keine herausgreifen möchte. Ich glaube, es gibt sicher fünfzig Schauspieler, wenn ich von denen 3 Sätze höre weiß ich, wer da spricht (leider wären darunter schon viele, die verstorben sind). 

Mein größtes Akademietheater Erlebnis ist jedoch folgende Geschichte: 

Im Dezember 2017 erschien eine Annonce in der Zeitung: 

„Das Burgtheater sucht für eine neue Produktion hochbetagte Statisten/Statistinnen Bewerbung bis 8.1.2018“

Über google informierte ich mich: „Rosa oder die barmherzige Erde“ - Luk Perceval Regisseur, Hauptrolle Tobias Moretti

Noch nie war ich Komparsin, aber irgendwie reizte mich das und ich bewarb mich mit meinen 82 Jahren. 

Paul Lutzeier, der die Komparserie leitete, rief mich an, ob ich auch am 6. Jänner Zeit hätte, in die Burg zu kommen. Am 11. Jänner wurde ich zum Casting ins Arsenal gebeten. Mein Gott war das interessant. Ich rechnete mir keine Chance aus, angeblich gab es 70 Bewerbungen. Sonntag, 14. 1. rief mich Paul an: „Frau Ernst, wir würden uns freuen, Sie in unserem Ensemble begrüßen zu dürfen“. Ich konnte es kaum glauben. Zwei Tage später musste ich meinen Vertrag unterschreiben. 

Eine Freundin meinte: „Es gibt Schauspieler, die wünschen sich ein Leben lang einen Vertrag mit der Burg und Du bekommst ihn innerhalb von 2 Wochen“ 

Nun ja, für eine kleine Statistin ist das schon etwas! Bei den Proben lernten wir die Schauspieler kennen (und lieben). Tobias Moretti, Gertraud Jesserer, Sabine Haupt, Sylvie Rohrer, Marta Kizyma, Maria Shulga, Daniel Jesch, Stefan Wieland.  Alle stinknormal, ebenso der Regisseur und keineswegs abgehoben, wie man vermuten könnte. Als Statistinnen wurden nur 12 Damen genommen, die den „Vergißmeinnichtchor“ bildeten, eigentlich waren wir das Bühnenbild. Halbdemente in einem Heim, ich in einem altmodischen Nachthemd, Bettjäckchen und Altweiberschuhen. Die Premiere am 10. März 2018 war sehr aufregend für alle, aber besonders für uns 12 Damen. Karin Bergmann war natürlich auch anwesend.

Nach den Vorstellungen trafen wir uns oft in der Kantine und hatten es immer sehr lustig. Es entstanden auch einige Freundschaften. Ich habe über diese Zeit ein Tagebuch geschrieben, es war eine tolle Erfahrung, alles einmal von der anderen Seite her zu erleben. So viele Menschen, die man nicht sieht, tragen dazu bei, eine Aufführung zu ermöglichen. Danke an ALLE! Ich hoffe noch einige schöne Abende im Akademietheater erleben zu dürfen und wünsche dem Theater weiterhin viel Erfolg!

Susanna Ernst

Deckblatt Programmheft aus 1986 im Rahmen von #aka100
© Silvia Bakos

Ich gratuliere ganz herzlich zum 100. Geburtstag des Akademietheaters.

Welche bemerkenswerte Vorstellungen ich gesehen habe?

Wo soll ich bloß anfangen? 

Ich bin seit langer Zeit ein großer Fan des Hauses und habe so viele schöne Erinnerungen, da fällt eine Entscheidung schwer. 

Zu den Highlights zählen sicher alle Inszenierungen mit Gert Voss: OTHELLO, IVANOW oder ganz besonders RITTER, DENE, VOSS aus dem Jahr 1986.

Was ich am Akademietheater besonders schätze, ist die Größe des Hauses. Es hat so eine Intimität und man wird durch die Nähe zu den Schauspielern geradezu in das Stück hineingesaugt.

Ich wünsche allen Mitarbeitern alles Gute!

Und vielen Dank für all die schönen Stunden!

Silvia Bakos

Programmheft DIE MINDERLEISTER 1987, Akademietheater
Programmheft DIE MINDERLEISTER 1987, Akademietheater
© Gabriele Gerhardter

1987 im Akademietheater: "Die Minderleister" von Peter Turrini. Jedes Wort trifft, tut weh, gibt Stimme. Alle 10 Minuten verlassen Theaterabonenntinnen in den vorderen Reihen ihre Sitzplätze. Ja, es gibt derbe Sprache. Und Nackerte. Und ein Verständnis davon, was es heißt, ganz unten zu sein, kaum Perspektiven zu haben nicht aufzugeben und trotzdem verloren zu sein. Theater wurde für mich zur Welt, eine Realität die ich verstehe, die mich als „Milieuwechslerin“ (Eribon, Ernaux...) anspricht. Turrini, Schwab, Jelinek, Wolfgruber… sie versammelten sich  in meinen Bücherregalen.

Theater kann Leben begleiten. Meines vom Stehplatz aus für viele Jahre. Und es kann „aufrütteln“. Vielen Dank an das Akademietheater - mein Lieblingstheater in Wien - das mich oft versteht und noch öfter verstört. „Mind blowing“ Stücke mit begnadeten Schauspieler*innen, das ist es, was ist will. „Theater at its best“ - nicht weniger und nicht mehr.

Gratulation. zum Geburtstag!

Gabriele Gerhardter 

#aka100 - Geburtstage, die verbinden

Hallo zusammen,
Mein Name ist Isabelle Baumgartner und ich habe einen legendären Moment im Akademietheater erlebt. 

Am 8. Geburtstag meiner Tochter Melissa haben wir uns, auf den Geheimtipp einer Bekannten hin, mit unseren 3 Kindern und Melissas bester Freundin ins Akademietheater gewagt. Unser jüngster Sohn war der Meinung es werde sicher langweilig und wollte zunächst gar nicht mit. Wir haben sehr gehofft, dass es eine gute Entscheidung war, aber, dass wir alle ausnahmslos so begeistert und gerührt sein werden, hatten wir nicht erwartet. Es passiert viel zu selten, dass wir Veranstaltungen finden, die uns alle (Eltern inbegriffen!) so bezaubern und mitreißen. Aber wie wir gelernt haben ist es doch möglich! Selbst unser Jüngster hat sich alles andere als gelangweilt. 
Wir sind sehr froh und dankbar ein Teil eines so wundervollen Moments von Theatergeschichte sein zu dürfen. Ich sah den Kindern dabei zu wie sie mitfieberten, die Unterwasserwelt bestaunten, die coole Zoe und all die anderen witzigen Figuren bewunderten. Lachen und Staunen mussten, voller Spannung zuschauten, mitfieberten und immer wieder emotional wurden. Zoe rettete Schildkröten, Pelikane, lernte die Insel und ihre Umwelt kennen. Voller Magie, Tiefe und ökologischer Wahrheiten.
Als die Enkelin erschien musste ich dann endgültig weinen, wir saßen alle Arm in Arm zusammen. Ich denke sehr oft an diesen Moment zurück. Es gab so viel zu lachen, Momente zum Weinen und vor allem viel zu Lernen. Als alle meine Kinder und Noemi am Ende im Chor riefen, dass sie bereit sind unsere Welt zu verbessern weinte ich schon wieder. Mein Mann und Ich wurden angesteckt und jubelten mit den Kindern mit. Die Zeit war wie im Flug vergangen, doch ich fühlte mich wie ein neuer Mensch. 
Melissa sagt bis heute es war der schönste Tag ihres Lebens und sie fragt mich in allen möglichen Lebenssituation „Mama, was würde Zoe denn jetzt tun?“ Seitdem wird Recycling bei uns zuhause groß geschrieben und meine Kinder (und wir auch!) gehen ganz anders durch die Welt.
Nach dem Stück hatten wir das Glück auch noch die junge Schauspielerin der Zoe (das junge Schauspieltalent Safira Robens) zu erwischen. Meine Kinder bekamen Autogramme und liebe Worte! Herzallerliebst, wir haben uns wahnsinnig gefreut. So ein wundervoller Tag, den wir nie vergessen werden. Danke für diesen gelungenen Geburtstag! Danke, für dieses wunderbare Geschenk und den neuen Mut für eine bessere Zukunft! Ein großes Dankeschön an das Akademietheater, Safira Robens und die gesamte Truppe und Happy Birthday!
Liebe Grüße 
von der Familie Baumgartner

Mein Mann und ich sind seit Jahren treue Theaterbesucher und wir haben in beiden Theatern so eindrucksvolle Inszenierungen gesehen,  einige davon bleiben unvergessen, eingebrannt in unser Gedächtnis und Herz.

Dazu gehört zum Beispiel das Stück GESPENSTER von Ibsen, welches wir im Jahr 2012 sahen. Es war alles stimmig, das Bühnenbild, die Inszenierung, die Besetzung. Noch wenn wir heute darüber sprechen, treten meinem Mann und mir Tränen in die Augen und wir müssen uns an den Händen halten. Wir waren beide am Ende der Vorstellung zutiefst berührt, der Schlusssatz : „Mutter,  zeig mir die Sonne“ ist unvergessen. Überhaupt haben uns sämtliche Stücke von Ibsen in ihrer schönen Sprache sehr gefallen.

Das Stück DIE PERSER hat uns ca. zehn Jahre Lebenszeit gekostet, so hat es uns mitgenommen und war an Spannung kaum zu überbieten. Mein Mann sah es zuerst, meinte, er wolle es sich mit mir noch einmal ansehen. Wir saßen wie auf Nadeln, danke an die großartige Christiane von Poelnitz als Atossa. Noch immer unfassbar, dass ein so altes Theaterstück uns so den Atem geraubt hat und unseren Puls in ungesunde Höhen trieb…

Katharina Eckelberg

Das Akademietheater hat für mich mit seinem eigenen speziellen Flair eine besondere Ausstrahlung. Die Nähe und Unmittelbarkeit zur Bühne und zu den Schauspielern sind in diesem Haus besonders. Eben eine intime Atmosphäre.

Ein extra Flair vermittelt die Theater-Kantine kurz vor dem Aufführungsbeginn, wo auch immer wieder Schauspielergrößen des Ensembles angetroffen werden können, sowie ein gutes Glas Schlumberger in der Pause im Freien direkt vor dem Theatereingang.

Benedikt Zacherl (Geschäftsführer Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH)

Ich war ein intensiver Bewunderer Attila Hörbigers. Bei der Aufführung des Stückes MICH HÄTTEN SIE SEHEN SOLLEN, in dem auch Paul Hörbiger auftrat, hatte ich einen Platz in der 1. Reihe ergattert und saß neben meinem Idol Attila Hörbiger.

Ich war sehr jung und sehr schüchtern, und dieses Zusammentreffen mit Attila machte mich so glücklich, dass ich beim Applaus für seinen Bruder wie zufällig, aber absichtlich, mit dem Ellenbogen an ihn ankam.

Davon erzählte ich in den nächsten Tagen der halben Welt.

Herbert Pirker

Vor mehr als 30 Jahren verbrachte ich als deutscher Medizinstudent ein Jahr in Wien. Als „Arbeiterkind“ hatte ich bis dahin wenig Kontakt zum Theater. In Wien änderte sich dies bald. Eine der vielen Theaterbesuche war die Premiere des Weihnachtsstücks im Akademietheater. Es gab in dem Stück ein Trupp Soldaten, der von Kindern gespielt wurde. Diese waren durch das offensichtlich ungewohnte Scheinwerferlicht so geblendet, dass sie stark blinzelnd etwas orientierungslos über die Bühne marschierten. Das Publikum war begeistert. Ich hatte, was damals erlaubt war, bei Vorstellungsbeginn einen frei gebliebenen Platz in der ersten Reihe ergattert.

Als das Licht anging, erkannte ich meinen ebenfalls begeistert und amüsiert  applaudierenden Sitznachbarn. Claus Peymann.

Wolfgang Schönecker

An einem lauen Sommerabend parkte ich mit meinem Auto vor Vorstellungsbeginn beim Akademietheater. Ich wollte noch in der Innenstadt Abendessen und später das Theater besuchen. Den Namen des Stücks weiß ich leider nicht mehr. Als ich aus dem Auto ausstieg, sah ich auf einer Parkbank Ignaz Kirchner sitzen, der an dem Abend einen Auftritt im Theater hatte. Ich begrüßte Herrn Kirchner mit den Worten: „Herr Kirchner wir sehen uns heute Abend noch!“ Herr Kirchner war etwas irritiert, und fragte mich warum.

Ich teilte ihm mit, dass ich ebenfalls im Theater sei, worauf er in schallendes Gelächter ausbrach. Er erwiderte, dass er mich wahrscheinlich aus der Menge nicht wahrnehmen wird können.

Wir verabschiedeten uns freundlich und sahen uns später - in welcher Form auch immer- wieder.

Wolfgang Schmid

Das Akademietheater ist ein Ort, an dem ich mich immer wohl und fast wie zu Hause fühle, aber das war nicht immer der Fall. Früher, als ich ein Kind war, war das Akademietheater für mich ein unbekannter Ort.

Im Jahr 2012 war ich in der Mittelschule und betrat das Akademietheater zum ersten Mal – nicht als Zuschauer, sondern als Schauspieler. Ich habe zwar nur die Rolle einer Katze gespielt, die nicht sprechen konnte, aber da habe ich meine Liebe zum Theater entdeckt. 10 Jahre und viele, viele Theaterstücke später bin ich froh, das Akademietheater zum ersten Mal betreten zu haben. Es hat mir damals den Weg zu den TheaterClubs der Offenen Burg geöffnet und mir gute Freunde beschert. Jetzt bin ich Teil einer Theatergruppe, die ich nie kennengelernt hätte, wenn ich 2012 nicht dabei gewesen wäre.

Danke, Akademietheater!

Mohamed Ahmed

2012: MuT–Mittelschule und Theater mit Katrin Artl (Junge Burg)
2016–2019 TheaterClub Miškulanz mit Anna Manzano (Offene Burg)
seit 2019 Teil der freien Theatergruppe SPIGL mit Anna Manzano

Ich erinnere mich noch gut an die Aufführung von Tschechows ONKEL WANJA im Akademietheater vor ca. 8 Jahren mit Peter Simonischek als Professor, meine Freundin & ich hatten damals einen wirklich einzigartigen Abend, den wir so nicht erwartet hätten!

Philipp Thomas

Meine schönste und beeindruckendste Erinnerung ist nach wie vor die von Martin Kušej inszenierte Aufführung von DER WEIBSTEUFEL mit Birgit Minichmayr und Nicholas Ofczarek in den Hauptrollen. Einfach grandios, Theater at its best!!! 

Karin Arneitz

Von der hohen Zeit des Akademietheaters mit Musils SCHWÄRMERN oder den Botho-Strauss-Uraufführungen bis zur Verlesung diverser Biermarken im banalen Stück eines afrikanischen Autors: Zum Glück bleibt der „Gmoa-Keller“ bestehen für‘s Après…

Elisabeth Vitouch

Ich fand die Aufführungen, die ich gesehen habe, vor allem kreativ, mutig und zugleich hochklassig.

Holger Blenske

Eine Vorstellung, die mir immer in Erinnerung bleiben wird, war ONKEL WANJA mit Gert Voss. Großartig & unvergessen.

Oder Peter Simonischek in THE WHO ODER THE WHAT. Chapeau!

Maria Warmuth

Joachim Meyerhoff tischtennisspielend ist mein Moment, den ich am intensivsten mit dem Akademietheater verbinde. DIE WELT IM RÜCKEN – spielt er oder ist er oder verwischt sich sein Spiel mit seinem Sein. Eines der intensivsten Theater- Erlebnisse…

Alexandra Kunerth

Seit nunmehr 20 Jahren besitze ich mein geliebtes Akademietheater Stammabo. Immer dieselben Sitze, immer der Dienstag. Die Begleiter*innen wechseln, die Qualität der Vorführungen allerdings ist konstant phantastisch.

Vorgestern gab es das erste Stück der Saison und es war - wie immer - toll: AM ENDE LICHT von Simon Stephens.

Ines Glatz-Deuretzbacher

Ich war schon öfter im Akademietheater, aber es muss schon sehr lange her sein, schau mal, ob ich das Programmheft noch finde. Leider NEIN. Es war eine Inszenierung von Gilgamesch, war einfach voll geplättet und musste lange darüber nachdenken.

Aber gestern BUNBURY, das werde ich auch ewig in Erinnerung haben.

Bernhard Kobler

Gerne erinnere ich mich heute an meinem Geburtstag (am 08. 09.) an die wunderbaren Theater- und Leseabende mit Michael Heltau.

Sein ANATOL von Arthur Schnitzler ist absolut unüberbietbar. Dieses Sprachkunstwerk, der Ton, die Eleganz im Auftreten, das Charisma! Schnitzler pur! Aber auch TRAVESTIES von Tom Stoppard oder KINDER DER SONNE von Maxim Gorki sowie die LOVE LETTERS fallen mir sogleich ein.

Diese Abende sind unvergesslich!

Edda Grubhofer-Neudeck

Ich erinnere mich sehr gerne an die vielen Abende im Akademietheater zurück.  Z.B. an Tankred Dorsts DIE SCHATTENLINIE oder auch HEXENJAGD und AMPHITRYON. Ganz besonders in Erinnerung geblieben sind mir DIE BLINDEN VON KILCROBALLY.

Bis bald im Akademietheater!

Robert Kainerstorfer

Karte Tartuffe aus 2013  _ Im Rahmen von #aka100
© Heidemarie Hansinger

Ich bin 70 Jahre alt und habe unzählige Theaterabende im Akademietheater erlebt. Früher auf Stehplatz.

Später mit Wahlabo. Jetzt nur mehr an und zu.

Unvergesslich ist mir die Aufführung von TARTUFFE mit Gert Voss. So wie er den verblendeten Orgon darstellte, war unbeschreiblich beeindruckend. Es ist so schade um diesen großen Schauspieler.

Heidemarie Hansinger

Das Akademietheater ist für mich wegen seiner Intimität und Qualität DAS Juwel der Wiener Theaterszene. Unvergessene Höhepunkte der fesselnden Inszenierungen waren in der Ära Benning die diversen Produktionen der jungen Garde Erika Pluhar, Karl-Heinz Hackl, Joachim Bissmeier u.a. etwa in Robert Musils DIE SCHWÄRMER und vergleichbare Aufführungen dieses jungen Ensembles ebendort: grandios, überraschend, modern und in stetem Kontrast zu den ebenfalls faszinierenden Stücken der Hochkultur im Haupthaus. Unerreicht mein Erleben.

Dr. Senta Ziegler

Als ich vor etwa zwanzig Jahren zum ersten Mal aus Sarajevo nach Wien gekommen bin und das erste Mal das Akademietheater betreten habe, war ich mir nicht ganz sicher, welche Tür wirklich der Publikumseingang war… Also bin ich zum linken (Schauspieler) Eingang gegangen. An der Tür fragte mich der Portier: „Sind Sie Schauspielerin?“

Ah! - meinte ich, liebend gerne wäre ich Schauspielerin. Und habe mich dabei in diesem kurzen Moment ein bisschen auch so gefühlt…

Marina Tomasevic

Normalerweise schaue ich vom Balkon aus zu. Jedoch hatte ich eines Tages einen Platz im Parkett. Interessant, dachte ich, mal von den teuren Plätzen aus zuzuschauen. Neben mir nahm Helga Rabl-Stadler in Begleitung eines älteren, jedoch großen Mannes Platz. Er saß direkt neben mir, faltete sich zusammen und saß dann passgenau, aber ohne jede Bewegungsmöglichkeit, auf seinem Sitz. Ich machte eine Bemerkung des Bedauerns zu seiner Eingeklemmtheit. Er zuckte nur mit den Schultern und hielt stoisch durch. Seine Haltung zur Zwangshaltung rang mir Bewunderung ab.

Ingrid Götz

Was ich am Akademietheater so sehr mag:

Ich habe seit Jahren ein Festabo und lass mich immer gerne überraschen von Autoren, die ich noch nicht kenne. So habe ich Schimmelpfennig, Bärfuss und viele andere kennen und schätzen gelernt. Mein erstes Pollesch Stück hat mich noch etwas ratlos zurück gelassen, beim zweiten musste ich schon herzlich lachen, das dritte konnte ich nicht mehr erwarten. Lebhaft in Erinnerung auch Joachim Meyerhoff in Die Welt im Rücken.

In diesem Sinne besuche ich heute Abend Reich des Todes und schaue, höre, lass auf mich wirken, was passiert....

Petra Gabler

Es war in den frühen 80er-Jahren. Wenn uns der/die Regisseur*in gewogen und das Glück hold war oder der/die produktionsbegleitende Dramaturg*in einen Lehrauftrag an unserem Institut hatte, war es uns Student*innen der Theaterwissenschaften manchmal gestattet, bei den Proben im Akademietheater zuzusehen. Diese Gelegenheit, Zeugin der Entstehung einer Theaterinszenierung zu werden, nutzte ich natürlich so oft wie möglich, und der Zuschauerraum des Akademietheaters wurde zu meinem zweiten Wohnzimmer. Auch die Schauspieler*innen dürften Gefallen an dem regen Interesse der jungen theaterbegeisterten Menschen gefunden haben, deren Gesichter ihnen immer vertrauter wurden.

Der Höhepunkt meiner Publikumslaufbahn, einer, in dem mein Herz stillstand, mein Blut in den Adern rauschte und der Boden unter mir wankte, einer, den ich jederzeit abrufen kann und niemals vergessen werde, ist jener Moment, als beim Schlussapplaus einer Premiere Karlheinz Hackl direkt in meine Augen sah, mich anlächelte und mir erschöpft, aber mit zufriedenem Stolz zunickte - als ob er sagen wollte: "Na, wie haben wir das heute gemacht?" - Es war magisch!

Susanne Paulus

Ich habe gar drei " G'schichterln" für das Geburtstagskind...

Ich bin viele Jahre ins Akademietheater auf den Stehplatz gegangen. Stehplatz Nummer 1, egal ob rechts oder links, war und ist jetzt nach Corona wieder mein Liebling, vorne und seitlich ein "Stangerl" zum Lehnen und die Bühne zum Greifen nahe. Zu einem Geburtstage bekam ich die Anzahl meiner Lebensjahre mal dem Stehplatzpreis geschenkt...da hat jemand echt nachgedacht und ich war versorgt mit "Theater".

EINFACH KOMPLIZIERT war einfach eine Sternstunde...das Stück von Thomas Bernhard, Regie von Claus Peymann, gespielt von dem unvergesslichen Gert Voss.

Bei der DIE GESCHICHTE VON IHNEN war das Publikum so fasziniert und gespannt, dass mich die mir unbekannte Sitznachbarin bei einer Szene vor Aufregung plötzlich in den Oberschenkel  zwickte...so soll Theater sein!

Alles Liebe für die nächsten Jahrzehnte!

Martina Müller

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