Burgtheater

Faust

Johann Wolfgang Goethe &
Regie Martin Kušej , /
Bühne Aleksandar Denić , /
Kostüme Heidi Hackl , /
Musik Bert Wrede , /
Licht Tobias Löffler , /
Dramaturgie Angela Obst , /
Dramaturgische Mitarbeit Albert Ostermaier , /
Margarete Andrea Wenzl , /
Flaneur der Nacht Arthur Klemt , /
Junger Mann Max Gindorff , /
Baucis, Margaretes Mutter, Böser Geist Barbara Petritsch , /
Wagner Jörg Lichtenstein , /
Mephisto Bibiana Beglau , /
Philemon Jürgen Stössinger , / Philemon Hans Dieter Knebel , /
Frau Marthe Alexandra Henkel , /
Faust Werner Wölbern , /
Valentin Daniel Jesch , /
Wiener Premiere
Szenenfoto Faust, Mephisto (Bibiana Beglau) und Faust (Werner Wölbern)

Leiber, alle Worte. Mehr, immer mehr. Mehr Geld, mehr Sex. Mehr Schmerz, mehr Lust, mehr Vergessen. Stillstand ist der Tod. Das sind wir. Und Faust ist einer von uns. Nachdem Generationen von Leserinnen und Lesern in ihm den tatkräftigen Titan lobten, der die Fesseln von Glauben, Tradition und Natur abstreift und mit seinem Schicksal zugleich die Welt in die Hand nimmt, erkennen wir heute, dass Faust sich verirrt hat – und wir uns mit ihm.

In seinem pathogenen Hunger nach dem ultimativen Kick, seiner Sucht nach pausenloser Bewegung der Zeit und seiner Negation jeglicher Grenzen steht Faust paradigmatisch für die Hybris des Menschen, der sich im selbst entfesselten Ereignissturm zu verlieren droht. Der Pakt mit Mephisto ist Ausgangspunkt für die Flucht in die Zukunft, das Versprechen lautet Unsterblichkeit. Faust reist, nach Katastrophen dürstend und sie mit Heilsversprechen verwechselnd, zu den Endpunkten der Zivilisation, wo die Luft nach Blut schmeckt und das Auge friert. Das einzige Wesen, das ihn retten könnte, wird er zerstören. Und der Himmel bleibt stumm. 

Die Inszenierung FAUST ist eine Übernahme vom Residenztheater München.

Markus Lubej
Trailer FAUST
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