Für immer schön. Über Ich und Ich

Als drei Göttinnen vor den armen Paris traten und ihm einen Apfel in die Hand drückten, auf dass er entscheide, welche von ihnen die Schönste sei, versprach ihm jede sicherheitshalber eine Belohnung, sollte die Wahl auf sie fallen: Hera die Weltherrschaft, Athene Weisheit, Aphrodite die Liebe der schönsten Frau der Welt. Paris entschied sich für die schönste Frau, Helena. Der Rest ist Krieg.

Schönheit ist eine Ware, die erworben und getauscht werden kann, ihr Preis ist die Arbeit am eigenen Körper, oder allgemeiner an den Bildern, die wir von uns produzieren. Sie entsteht „im Auge des Betrachters“ und der Betrachterin, also irgendwo auf dem Weg zwischen Ich und Ich. Denn niemand betrachtet ausschließlich, jede und jeder ist beständig Blicken ausgesetzt. Und niemand sieht alleine. Was wir sehen, ist immer schon gesehen worden, wir begehren nur, was andere vor uns schon begehrten. Das Über-Ich sieht uns immer über die Schulter, wenn wir im Lärm der Bilder, Haltungen und Posen, Ideale von Jugend und Schönheit reproduzieren, die uns Sterblichen immer unerreichbar bleiben.

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