Ode

Österreichische Erstaufführung: März 2021

Wie frei ist die Kunst? Anne Fratzer, Akademierektorin und renommierte Künstlerin auf der Spitze ihres Erfolgs, widmet überraschend ihr neuestes Werk den Nationalsozialisten – aus einem scheinbar ganz privaten Grund: Weil die Nazis einst ihren gewalttätigen Alkoholiker-Großvater ermordeten, so die Künstlerin, wurden der Großmutter und ihrer Familie Qualen erspart. So hätten die Täter von einst eine Ode verdient. Misslungener Scherz, ernsthafte Provokation oder genialer Tabubruch?

 

kasino

Österreichische Erstaufführung: März 2021

Ode

Thomas Melle

Regie: András Dömötör

Bühne & Kostüme: Sigi Colpe

Musik: Tamás Matkó 

Licht: Norbert Gottwald

Dramaturgie: Tobias Herzberg

Die Kunstwelt und bald die ganze Gesellschaft geraten außer sich. In der hypernervösen Debatte prallen extreme Meinungen aufeinander und jeder Maßstab geht verloren. Rektorin Fratzer verliert erst ihren Ruf, dann ihre Stelle, und bald darauf ihr Leben. Doch das ist erst der Anfang. Auf den Straßen hat sich bereits “Die Wehr” formiert, ein Zusammenschluss “verantwortungsvoller” Bürger*innen. Aber was fordern sie eigentlich? Freiheit von Irritation und Ambivalenz? Klare, verständliche Eindeutigkeit? 

Thomas Melle (Autor von DIE WELT IM RÜCKEN) hat ein gleichermaßen abstrakt-verstörendes wie rasant-komisches Stück geschrieben, dessen Themen weit über den Kunstkosmos, in dem es spielt, hinausreichen. Denn wie weit Äußerungen gehen dürfen, wer für wen sprechen soll, und welchen Raum Identitätspolitik, Erinnerungskultur und Heimatdebatten im öffentlichen Diskurs einnehmen – diese Fragen berühren grundlegend das Selbstverständnis unserer sich als frei bezeichnenden Gesellschaften. Der Budapester Regisseur András Dömötör inszeniert nach Arbeiten in Berlin, Basel und Graz zum ersten Mal in Wien.

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