Burgtheater

Der Zauberberg

Thomas Mann
Inszenierungsfoto
© Marcella Ruiz Cruz

„Da erdröhnte –
Aber Scham und Scheu halten uns ab, erzählerisch den Mund vollzunehmen von dem, was da erscholl und geschah. Nur hier keine Prahlerei, kein Jägerlatein! Die Stimme gemäßigt zu der Aussage, dass also der Donnerschlag erdröhnte, von dem wir alle wissen, diese betäubende Detonation lang angesammelter Unheilsgemenge von Stumpfsinn und Gereiztheit, – ein historischer Donnerschlag, mit gedämpftem Respekt zu sagen, der die Grundfesten der Welt erschütterte, für uns aber der Donnerschlag, der den Zauberberg sprengt und den Siebenschläfer unsanft vor seine Tore setzt. Verdutzt sitzt er im Grase und reibt sich die Augen, wie ein Mann, der es trotz mancher Ermahnung versäumt hat, die Presse zu lesen.“ Der Donnerschlag, der Hans Castorp aus seiner siebenjährigen „Verzauberung“ in einem Davoser Lungensanatorium reißt, aus dem luxuriösen Refugium eines unzeitgemäß gewordenen europäischen Bürgertums, aus seiner Suche nach Lebenssteigerung in einer „Atmosphäre von Tod und Amüsement“ – ist der Erste Weltkrieg. Eben hatte er noch mit zwei Armeniern, zwei Finnen, einem usbekischen Juden und einem Kurden am „schlechten Russentisch“ gespeist, schon taumelt er in die Schützengräben Europas. Das Buch dieser sieben Vorkriegsjahre, das sich wie sein Protagonist von den Zeitläuften im „Flachland“ scheinbar weit entfernt hält, ist nicht zuletzt die Beschreibung der „großen Gereiztheit“, die diesem europäischen und globalen Flächenbrand vorangeht.

In konzentrierter Besetzung bringt Bastian Kraft nach Klaus Manns MEPHISTO nun ein Hauptwerk des Vaters Thomas auf die Bühne des Burgtheaters.

Am 15. Februar 2023 mit WERKEINFÜHRUNG um 18.45 Uhr im 1. Pausenfoyer und PUBLIKUMSGESPRÄCH im Anschluss an die Vorstellung.

Beschreibung Information
Dauer und Pausen 2 Stunden 10 Minuten - keine Pause
Sitzplan A!
Zusatzinformation anschl. Publikumsgespräch / Einführung
Abo / Zyklus Freunde des Burgtheaters
Teaser: DER ZAUBERBERG
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