DIE EINGEBORENEN VON MARIA BLUT

nach dem Roman von MARIA LAZAR

URAUFFÜHRUNG 20 01 2023 | AKADEMIETHEATER

 

 

Regie LUCIA BIHLER

Bühne JESSICA ROCKSTROH

Kostüme VICTORIA BEHR

Musik JACOB SUSKE

Licht NORBERT PILLER

Dramaturgie ALEXANDER KERLIN

Das idyllische Dorf Maria Blut mit seiner Wallfahrtskapelle liegt am Land, ein paar Zugstunden vor Wien. Die 1930er Jahre sind angebrochen, Dollfuß ist Bundeskanzler, und die Eingeborenen des „österreichischen Lourdes“ sind in Unruhe. Die vor dem Dorf gelegene Konservenfabrik hat schließen müssen. Der Unternehmer Schellbach versucht nun, die besorgte Bevölkerung dazu zu bewegen, in sein neues Produkt, die Raumkraft, zu investieren. Viele geben ihr letztes Erspartes dafür her. Als sich Schellbach jedoch mitten während des Volksfestes erschießt und seine Unternehmung scheitert, entwickelt sich in Maria Blut sofort eine ungeheure Dynamik: Die angeblich Schuldigen sind schnell ausgemacht – und für die wird es jetzt brandgefährlich.

Die Wiener Schriftstellerin Maria Lazar (1895–1948) gehört zu den hellsichtigsten literarischen Stimmen ihrer Epoche. In kurzen, packenden und sprachlich brillanten Szenen entwirft sie zwei Dutzend herrlich schräge Figuren, die am Vorabend des Nationalsozialismus zwischen Marienkult, Wunderglauben, Verschwörungstheorien und aufkommendem Ultranationalismus aufgerieben werden. 

Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Maria Lazar über Jahre im Exil leben und unter Pseudonymen veröffentlichen – ihr umfangreiches Werk wird erst jetzt wiederentdeckt. DIE EINGEBORENEN VON MARIA BLUT, 1937 in Bertolt Brechts Exilzeitschrift DAS WORT teilabgedruckt, ist nach DER HENKER in der Spielzeit 2019/20 die zweite Inszenierung eines Lazar-Textes im Akademietheater. Regie führt Lucia Bihler, die zuletzt Thomas Bernhards DIE JAGDGESELLSCHAFT im Akademietheater auf die Bühne gebracht hat.

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